Bronze-Wahnsinn in Doha! Gesa Krause holt erste WM-Medaille der Deutschen

Doha - Gesa Felicitas Krause (27) hat bei der Leichtathletik-WM in Doha mit Bronze über 3000 Meter Hindernis die erste Medaille für das deutsche Team geholt.

Gesa Felicitas Krause holte am Montagabend bei der WM in Doha Bronze und damit die erste deutsche Medaille der Titelkämpfe.
Gesa Felicitas Krause holte am Montagabend bei der WM in Doha Bronze und damit die erste deutsche Medaille der Titelkämpfe.  © imago images/Laci Perenyi

Die Europameisterin vom Verein Silvesterlauf Trier kam am Montagabend in deutscher Rekordzeit von 9:03,30 Minuten ins Ziel.

Gold im Khalifa-Stadion von Katars Hauptstadt gewann Weltrekordlerin Beatrice Chepkoech aus Kenia in 8:57,84 Minuten. Zweite wurde die Amerikanerin Emma Coburn in 9:02,35.

Krauses Trainer Wolfgang Heinig (68) liefen nach dem Erfolg die Tränen über die Wangen. Er sagte im ZDF: "Heute Nacht darf mich keiner mehr interviewen. Das ist der Lohn der vergangenen zehn Jahre Arbeit."

Krause selbst zeigte sich ebenfalls sehr, sehr emotional: "Ich habe heute alles aus mir rausgeholt. Am Anfang war ich überrascht, wie schlecht es mir eigentlich ging. Wir waren ziemlich schnell unterwegs. Mein Trainer hat mir oft ans Herz gelegt, dass die Rennen hintenraus entschieden werden", sagte die 27-Jährige.

Am Ende zahlte sich das aus, denn die Frau aus Ehringshausen kassierte in der letzten Runde noch zwei vor ihr laufenden Athletinnen und sicherte sich somit Bronze. "Mein Freund hat mir ganz tolle Worte vor dem Rennen mit auf den Weg gegeben. Dass der Wille alles entscheiden kann. Am Ende war es eine Willensleistung", erklärte Krause.

Gesa Felicitas Krause schließt sich vor Bronze zwei Tage im Hotel ein

Krause beim Vorlauf am 27. September in Doha.
Krause beim Vorlauf am 27. September in Doha.  © imago images/Laci Perenyi

Ihr Freund Marc und ihre Eltern waren bei dem Erfolg live im Stadion in Doha mit dabei. "Ich habe davon geträumt, dass ich eine Medaille hole, es aber nie ausgesprochen, weil ich dann immer denke, dass es Unglück bringt. Aber jetzt bin ich einfach nur überglücklich", war die Sportlerin überwältigt.

Der Erfolg hatte unter den extremen Bedingungen bei der harten WM in Doha aber auch seinen Preis.

"Ich habe mich in den vergangenen Tagen nur im Hotel aufgehalten und nicht einmal das Tageslicht gesehen, damit ich Kräfte spare, das macht etwas depressiv", sagte sie. Die Vergabe der WM nach Doha, wo mehr als 45 Grad herrschen, das Stadion aber auf rund 25 Grad heruntergekühlt wird, hatte in den vergangenen Tagen immer wieder für Diskussionen gesorgt.

Krause dankte ihrem Trainer: "Er schafft es immer wieder, mich in Topform zu bringen. Die Freude jetzt ist nicht nur für mich, sondern alle, die so lange Zeit alles mitverfolgt haben", sagte die Hindernisläuferin nach ihrem Erfolg.

Nun freue sie sich auf ein paar Tage in Doha mit ihrer Familie und auf den anschließenden Urlaub zu zweit mit ihrem Freund, bevor der Fokus auf die Vorbereitung der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio gelegt wird.


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