Kampfhunde attackieren 15-Jährigen und entstellen sein Gesicht

Leimen - Nach dem schrecklichen Kampfhund-Angriff im badischen Leimen (Rhein-Neckar-Kreis bei Heidelberg), bei dem ein 15-jähriger Jugendliche teilweise entstellende Gesichtsverletzungen erlitten hat, wurden Haftbefehle gegen zwei Beschuldigte erlassen.

Die zwei Hunde attackierten einen 15-jährigen Jungen und entstellten teilweise dessen Gesicht. (Symbolbild)
Die zwei Hunde attackierten einen 15-jährigen Jungen und entstellten teilweise dessen Gesicht. (Symbolbild)  © DPA

Wie die Staatsanwaltschaft Heidelberg und die Polizei Mannheim am Dienstag gemeinsam mitteilten, wurden Haftbefehle gegen einen 16-jährigen Jugendlichen und einen 22-jährigen Mann wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung erlassen.

Der 16-Jährige ist inzwischen in ein Gefängnis gebracht worden, der Ältere unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die beiden Beschuldigten stehen im dringenden Verdacht, am Pfingstmontag, den 10. Juni gegen 20 Uhr in Leimen gemeinschaftlich beschlossen zu haben, die nicht angeleinten und ohne Maulkorb geführten American Staffordshire Terrier-Kampfhunde hinter dem 15-jährigen Geschädigten her gehetzt zu haben.

Das Opfer war zur Tatzeit mit drei Begleitern zum Teil auf Fahrrädern auf einem Feldweg unterwegs. Laut Polizei bat die Gruppe die ihnen bekannten Beschuldigten, die Hunde festzuhalten.

Hunde in Tierheim eingeliefert, gesonderte Ermittlungen gegen Halter

Die beiden elf Monate alten Terrier der Rasse American Staffordshire hätten nicht nur angeleint, sondern auch einen Maulkorb tragen müssen. Dies sei Pflicht bis zur Wesensprüfung, die ab dem zwölften Lebensmonat vorgenommen werden könne, so die Polizei.
Die beiden elf Monate alten Terrier der Rasse American Staffordshire hätten nicht nur angeleint, sondern auch einen Maulkorb tragen müssen. Dies sei Pflicht bis zur Wesensprüfung, die ab dem zwölften Lebensmonat vorgenommen werden könne, so die Polizei.  © DPA

Dem kamen die Hundeführer jedoch nicht nach, sondern ließen sie auf ihre Gegenüber los.

Dabei soll der 16-Jährige die Kampfhunde zusätzlich mit Worten angestachelt haben, so die Polizei. Die Vierbeiner zogen dem 15-Jährigen durch Bisse in dessen Hose von seinem Fahrrad.

Als das Opfer auf dem Boden lag, erfolgten massive Angriffe beider Hunde, wobei der Jugendliche schwerwiegende, teils entstellende Gesichtsverletzungen erlitt. Erst nach einiger Zeit schafften es die Beschuldigten, die Hunde von dem Opfer zu trennen, so die Polizei weiter.

Im Nachgang der Tat wurden die Vierbeiner in ein Tierheim eingeliefert. Über ihre Zukunft muss noch entschieden werden.

Die weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Fachdezernats der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Polizeihundeführerstaffel des Polizeipräsidiums Mannheim dauern an.

Der Halter der Hunde ist der 21-jährige Bruder des 16-jährigen Tatverdächtigen. Gegen ihn wird gesondert wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt.

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