Ab heute müssen Hunde an die Leine!

Berlin - Es ist soweit. Vom 1. Januar an müssen in Berlin erstmals alle Hunde an die Leine. Mit Jahresbeginn tritt die Hundeverordnung in Kraft.

Im neuen Jahr müssen die Hunde an die Leine. (Symbolbild)
Im neuen Jahr müssen die Hunde an die Leine. (Symbolbild)  © DPA

Die Regelung war bereits seit Juli 2016 im Berliner Hundegesetz verankert, die Abstimmung mit den Bezirken und die Umsetzung brauchte aber Zeit. "Berlin hat damit ein sehr strenges Gesetz", urteilt Jörg Bartscherer, Geschäftsführer des Verbandes für das Deutsche Hundewesen.

Für die neue Leinenpflicht gibt es nur wenige Ausnahmen. Wer seinen Hund bereits vor Mitte 2016 hielt, darf ihn in ruhigen Gegenden und auf Brachflächen weiter laufen lassen. Diese Freiheit gilt auch generell für Halter, die für ihren Vierbeiner einen bestandenen Test nachweisen können. Dieser "Hundeführerschein" belegt zum Beispiel, dass Bello auf Kommandos hört. Je nach Kurs, Dauer und Erfolg könnten solche Sachkundeprüfungen zwischen 150 und mehreren hundert Euro kosten, sagte Bartscherer.

Bundesweit gebe es einen unübersichtlichen Flickenteppich an Hundegesetzen, die sowohl von den Ländern als auch von Kommunen erlassen werden könnten, ergänzte er. Berlin habe nun eine der strengsten Varianten. "Generell finde ich es nicht schlecht, wenn Menschen, die sich einen Hund zulegen wollen, sich vorher über Rechte und Pflichten informieren müssen", sagte Bartscherer.

Ein Mann führt seine vier Hunde Gassi.
Ein Mann führt seine vier Hunde Gassi.  © DPA

Die Regeln müssten für Hundefreunde aber auch erfüllbar sein. So nütze es wenig, die Kot-Beseitigung zu verlangen, aber nicht genug Mülleimer dafür aufzustellen.

Seit 2016 gilt eine solche "Tütenpflicht" für Hundekot auch in Berlin. Ob das für die Sauberkeit der Stadt etwas gebracht hat, wird allerdings nicht zentral erfasst. Beschwerden über Hundekot sind bei der Berliner Stadtreinigung aber zumindest zurückgegangen.

Von frei laufenden Hunden, die auf Fremde zulaufen und sie beschnüffeln oder anspringen, fühlen sich viele Passanten belästigt. Und auch manche Kinder haben Angst vor Hunden - vor allem, wenn die Vierbeiner groß sind und sich das Kindergesicht in Bisshöhe befindet.

In Berlin waren 2017 rund 104.700 Hunde angemeldet. Strenge Regeln gelten schon länger für die als gefährlich eingestuften Hunderassen Pitbull-Terrier, Bullterrier und American Staffordshire-Terrier. Ihre Halter müssen immer Führungszeugnis, Haftpflichtversicherung, Sachkundenachweis und einen Wesenstest für ihren Hund nachweisen können.

Außerdem galt für diese Hunde bereits eine besondere Leinen- und Maulkorbpflicht.

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