Dieses Portal hilft Autofahrern, ein Bußgeld zu umgehen

Seit 60 Jahren ist der Blitzer vielen Autofahrern ein lästiger Wegbegleiter.
Seit 60 Jahren ist der Blitzer vielen Autofahrern ein lästiger Wegbegleiter.

Leipzig - In diesem Jahr feiert der Blitzer sein 60-jähriges Jubiläum. Seit dem 21. Januar 1957 sorgen die Maschinen bei Autofahrern für Unmut und bringen Geld in die Staatskasse.

In den meisten Fällen wird das Bußgeld ohne besseren Wissens anstandslos bezahlt.

Doch zwei Juristen helfen Autofahrern seit fast vier Jahren, eine Geldstrafe zu umgehen.

"Der Schrecken der Bußgeldstelle" - so beschreibt das "Handelsblatt" das Internet-Portal "geblitzt.de", das der Leipziger Christoph Lattreuter und sein Partner Jan Ginhold seit Mai 2013 betreiben.

Das Prinzip des kostenlosen Dienstes: Schnellfahrer reichen ihren Bußgeldbescheid und Anhörungsbogen ein, das Verfahren wird dann von den angestellten Verkehrsanwälten geprüft.

Und hierzulande wird scheinbar viel gerast: "Laut unserer Statistik kommen die meisten Bußgeldbescheide aus dem Raum Sachsen, gerechnet auf die Einwohnerzahl", so Jan Ginhold zu TAG24.

Brandenburg folgt aber gleich hinterher. Die vorbildlichsten Autofahrer oder die, die sich am seltensten beim Rasen erwischen lassen, sind anscheinend im Saarland unterwegs.

In vielen Fällen sind erlassene Bußgeldbescheide falsch oder inhaltlich mangelhaft, trotzdem bezahlt der Großteil der Autofahrer die Strafe ohne, sich zu beschweren.

Geblitzte Autofahrer spülen Jahr für Jahr Millionen in die Staatskasse. Nicht immer zurecht.
Geblitzte Autofahrer spülen Jahr für Jahr Millionen in die Staatskasse. Nicht immer zurecht.

Und genau da greifen die beiden Juristen an. Mithilfe einer riesigen Datenbank können Schritte der Prüfungs-Routine verkürzt werden, die Anwälte können verdächtige Fälle direkt mit bereits aufgenommenen Verfahren vergleichen.

Dadurch fallen Anwaltskosten von bis zu 600 Euro einfach weg. Kann ein Fall nicht abgewendet werden, bezahlt die Firma die Kosten aus Lizenzeinnahmen.

Und das System hat Erfolg: Laut Ginhold sind 60.000 Mandanten in der Datenbank registriert. Die Erfolgs-Quote des Unternehmens liegt bei einem Drittel.

In vielen Situationen können die Anwälte des Portals eine Geldstrafe abwenden. So zum Beispiel auch im Falle eines Kieler Mandanten: Der Mann erhielt gleich zwei Bußgeldbescheide der Behörden, nach welchen er am selben Tag zur selben Zeit an zwei unterschiedlichen Orten zu schnell gefahren sein soll. "geblitzt.de" konnte beide Anklagen abwenden.

Wenn also das nächste Mal ein unvorteilhaftes Schwarz-Weiß-Portrait zu Hause eintrudelt - erstmal die Lage prüfen.


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