Leipziger Gedächtniskirche hat allen Grund zum Feiern

Leipzig - Die Arbeiten sind abgeschlossen: In der Russischen Gedächtniskirche im Südosten von Leipzig ist die mehr als hundert Jahre alte Ikonenwand wieder komplett zu sehen.

Drei Jahre dauerte die Restaurierung der Ikonenwand in der russischen Gedächtniskirche Sankt Alexis.
Drei Jahre dauerte die Restaurierung der Ikonenwand in der russischen Gedächtniskirche Sankt Alexis.  © DPA

Drei Jahre seien von der Planung bis zur Fertigstellung vergangen, sagte Erzpriester Alexej Tomjuk. "Dazu gehörte viel mehr als die reine Reparatur einzelner Teile."

Pläne mussten erarbeitet, Experten zurate gezogen werden - darunter Kunsthistoriker, Statiker und die Denkmalpflege. "Das war auch ein Forschungsprojekt", so Tomjuk.

Besonders schwierig war den Angaben nach der Rahmen, der die Ikonen umfasst. Teilweise aus Silber, teilweise aus Buntmetall, habe für die Restauratoren auch der Umgang mit den richtigen Materialien eine wichtige Rolle gespielt.

Zwei Jahre dauerte letzten Endes die reine Arbeit an der Ikonenwand. Die allerletzten Handgriffe finden noch bis Sonntag statt. Dann soll das restaurierte Kunstwerk bei einem Gottesdienst offiziell eingeweiht werden, so Tomjuk. Dazu werde der Erzbischof aus Berlin anreisen. Auch das Gemeindefest findet dann statt. Es war extra verlegt worden, bis alles fertig ist.

Ikonenwand in Sankt Alexis Kirche in Leipzig erstmals seit Einweihung 1913 restauriert

Restaurator Oliver Tietze in der Russischen Gedächtniskirche Sankt Alexis in Leipzig. Erstmals seit der Einweihung des Gotteshauses im Jahr 1913 wurden die darin aufbewahrten Ikonen restauriert.
Restaurator Oliver Tietze in der Russischen Gedächtniskirche Sankt Alexis in Leipzig. Erstmals seit der Einweihung des Gotteshauses im Jahr 1913 wurden die darin aufbewahrten Ikonen restauriert.  © DPA

Die Kosten für das gesamte Projekt beliefen sich laut Tomjuk auf etwa 300.000 Euro. Finanziert wurden die Arbeiten durch Mittel vom Bund und dem Land Sachsen. Aber auch die Gemeinde habe etwa 65.000 Euro gesammelt. Spenden kamen etwa von Privatpersonen aus Leipzig und aus Moskau sowie dem Verein Kunstretter. Dessen Vorstand Oliver Tietze leitete die Arbeiten an den Ikonen.

Unterstützt wurde Tietze unter anderen von Studenten des Moskauer Kunstinstituts Surikov. Sie waren im Oktober 2017 in Leipzig zu Gast. Um den Studienaufenthalt zu finanzieren, hatte der Verein mittels Crowdfunding Geld gesammelt. 38 Ikonen waren so bis Ende 2017 fertiggestellt worden. Der Rest folgte in diesem Jahr.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche Sankt Alexis war im Jahr 1913 zu Ehren der in der Völkerschlacht gefallenen Soldaten gebaut worden. Bis heute wird die Kirche durch die russisch-orthodoxe Gemeinde Leipzigs genutzt.

Die 18 Meter hohe und 10 Meter breite Ikonenwand gilt als eine der größten außerhalb Russlands. Die Restaurierung in ihrer Gänze erfolgte erstmals seit der Einweihung des Gotteshauses.


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