Airbnb-Steuer für Touris: Was kommt da auf Leipzigs Wohnungs-Vermieter zu?

Leipzig - Gästetaxe für Übernachtungen in Privatwohnungen? Das gibt es seit Jahresbeginn in Leipzig. Nun könnte der Aufwand für Vermieter verringert werden.

FDP-Stadtrat René Hobusch hatte mit der Fraktion Freibeuter den Antrag auf eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt und Airbnb eingebracht.
FDP-Stadtrat René Hobusch hatte mit der Fraktion Freibeuter den Antrag auf eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt und Airbnb eingebracht.  © PR

Dresden hat sie seit Jahresbeginn, Frankfurt am Main und Dortmund schon seit 2018. Die Gästetaxe für Beherbergungsportale wie Airbnb.

Diese gilt für alle auf dem Portal inserierten Privatwohnungen - egal ob kurzzeitig angeboten oder dauerhaft.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) prüft im Stadtrat den möglichen Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit eben jenen Portalen. Ziel: Zusammen mit dem Übernachtungspreis wird eine Gästetaxe automatisch an die Stadt Leipzig abgeführt. Bislang musste der Vermieter die Steuer extra vom Gast verlangen und an die Stadt weitergeben. Neben dem hohen bürokratischen Aufwand auch ein äußerst fehlerbehafteter Vorgang.

Sachsens Landeshauptstadt hat bereits eine derartige automatisierte Vereinbarung mit Airbnb. Sechs Prozent des Zimmerpreises wird bei jeder Buchung automatisch an die Dresdner Stadtkasse abgeführt. Bezahlen muss diese Gästetaxe, die in Leipzig bislang nur für Hotels und Pensionen gilt, der Mieter.

Leipzigs Stadtrat René Hobusch (FDP) begrüßt die angestrebte Regelung, hatte er diesen Antrag doch als stellvertretender Fraktionsvorsitzender mit den Freibeutern in den Stadtrat eingebracht. "Mit einer Kooperation zwischen Stadt und Portalbetreibern sinkt nicht nur der bürokratische Aufwand beim Vermieter. Über die Portalbetreiber kann auch aus Sicht der Verwaltung sichergestellt werden, dass ausnahmslos für alle Übernachtungen die Gästetaxe entrichtet wird", sagte der 41-Jährige.

Übrigens: Problematisch sind dauerhafte Inserate. Heißt: Teilweise werden Wohnungen angemietet, die ausschließlich für Airbnb-Gäste zur Verfügung stehen. Ob die Stadt denen mit Sicht auf den Wohnungsmangel bald den Riegel vorschiebt, ist noch offen.

In Dortmund müssen übrigens 7,5 Prozent abgeführt werden, in Frankfurt zwei Euro pro Übernachtung. Ob und wann Leipzig eine Touri-Taxe für Airbnb und eventuell auch anderen Portale bekommt, steht noch nicht fest.

Leipzig wächst und wächst und auch die Übernachtungen in der Messestadt nehmen stetig zu. Ein lukrativer Markt für Mieter, die ihre Wohnung privat an Airbnb-Touristen weitervermieten.
Leipzig wächst und wächst und auch die Übernachtungen in der Messestadt nehmen stetig zu. Ein lukrativer Markt für Mieter, die ihre Wohnung privat an Airbnb-Touristen weitervermieten.  © DPA

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