"Wie faule Eier": Amazon-Mitarbeiter streiken wenige Tage vor Ostern

Leipzig - Mit Beginn der Nachtschicht legten die Mitarbeiter von Amazon in Leipzig die Arbeit nieder.

Seit Jahren kämpfen die Mitarbeiter von Amazon für bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung eines Tarifvertrags.
Seit Jahren kämpfen die Mitarbeiter von Amazon für bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung eines Tarifvertrags.  © DPA

"Es stinkt wie faule Eier, wenn das Management öffentlich von Arbeits- und Gesundheitsschutz spricht, Anerkennung der Beschäftigten als selbstverständlich hinstellt und scheinbar auch ansonsten alles zum Wohle der Belegschaft tut", macht Streikleiter Thomas Schneider seinem Ärger Luft.

Seit Jahren kämpfen die Mitarbeiter des Online-Versand-Riesen für bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung eines Tarifvertrags. Erst Anfang des Monats wurde außerdem bekannt, dass das Unternehmen in Leipzig bis zum Ende des Jahres nur noch etwa 1500 Menschen beschäftigen will (TAG24 berichtete).

Amazon kürzt seit einiger Zeit Stellen, reduzierte die Anzahl der Mitarbeiter in der Messestadt von ehemals 1950 in 2017 auf 1580 zu Beginn dieses Jahres.

Der Stellenabbau erfolge im Wesentlichen über Aufhebungsverträge und krankheitsbedingte Kündigen, erklärte Thomas Schneider TAG24. Für den ver.di-Gewerkschafter stimmen die Aussagen der Unternehmensleitung nicht mit der Realität überein. "Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache: Krankheitsbedingte Kündigungen, Ausgliederungsmanagement statt Erhalt der Arbeit am Standort bis hin zum Pausenklau sind an der Tagesordnung – Anerkennung sieht anders aus", kritisiert Schneider.

Der Streik am heutigen Dienstag soll 24 Stunden andauern.

Mit Beginn der Nachtschicht legten die Mitarbeiter die Arbeit nieder. (Symbolbild)
Mit Beginn der Nachtschicht legten die Mitarbeiter die Arbeit nieder. (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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