SPD zerlegt sich selbst: Heftige Kritik an Law-and-Order-Stadträtin

Nach ihrem Aufschrei muss sich SPD-Stadträtin Nicole Wohlfarth heftige Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen.
Nach ihrem Aufschrei muss sich SPD-Stadträtin Nicole Wohlfarth heftige Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen.  © privat, SPD-Fraktion Leipzig

Leipzig - Im Streit um die Straßenblockade im Leipziger Osten zerlegen die Sozialdemokraten sich selbst. SPD-Stadträtin Nicole Wohlfarth (29) muss sich heftige Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen.

Nachdem Wohlfarth vor einem zweiten Connewitz im Leipziger Osten gewarnt hatte (TAG24 berichtete), wagte sich Fraktionskollege Christian Schulze aus der Deckung.

Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" kritisierte er Wohlfarths Äußerungen scharf: "Das war eine vollkommen überzogene Reaktion von Frau Wohlfahrth auf eine Ansammlung von Menschen im öffentlichen Raum – zumal sie ja selbst offenbar auch nicht dabei war."

Auch in Wohlfarths SPD-Ortsverein Leipzig Südost rumort es. Am Dienstagabend distanzierten sich sieben Genossinnen und Genossen schriftlich von ihrer Stadträtin - darunter die Vorstandsmitglieder Caroline Scheer, Christoph Mengs und Lukas Sroka.

"Als SPD stehen wir für Glaubwürdigkeit, solche Falschdarstellungen beschädigen nicht nur das Ansehen der gesamten SPD-Stadtratsfraktion sondern der Partei in Gänze", heißt es in ihrer Stellungnahme. Deren Unterzeichner bedauern, dass Wohlfarth nicht vorher die Diskussion mit den Mitgliedern des Ortsvereins suchte. "Und leider ist dies nicht das erste Mal, dass Nicole Wohlfarth Debatten umgeht."

Wohlfarth selbst wollte sich auf Anfrage von TAG24 nicht weiter zu der Sache äußern. Sie werde nicht zurückrudern, ziehe es aber vor, die Dinge erst einmal intern zu besprechen. Am Mittwoch trifft sich die Leipziger SPD-Ratsfraktion zur turnusmäßigen Sitzung.

Fest steht: Es besteht Gesprächsbedarf.

Titelfoto: privat, SPD-Fraktion Leipzig


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0