Anschläge in Leipzig: Verfassungsschutz hat autonome Szene im Visier

Ende Januar hatten Unbekannte das Bürgerbüro von Holger Mann attackiert.
Ende Januar hatten Unbekannte das Bürgerbüro von Holger Mann attackiert.  © Holger Mann (Screenshot Facebook)

Leipzig - Der sächsische Verfassungsschutz hat Leipzigs autonome Szene ins Visier genommen. Die Behörde geht davon aus, dass hinter den jüngsten Anschlägen in Leipzig linksextreme PKK-Sympathisanten stecken.

Zwischen dem 22. Januar und dem 2. Februar traf es in Leipzig das Büro des Landtagsabgeordneten Holger Mann (38, SPD), eine zum DITIB-Verbund gehörende Moschee sowie ein Abgeordnetenbüro des sächsischen Justizministers Sebastian Gemkow (39, CDU).

Die auf dem Portal "Indymedia" aufgetauchten Bekennerschreiben rechtfertigten die Anschläge mit deutschen Rüstungsexporten in die Türkei. Feindbild ist vor allem die SPD für ihre Türkei-Politik.

Beim sächsischen Verfassungsschutz hält man die Schreiben für alles andere als ein Hirngespinst.

"Ja, die halten wir für sehr authentisch", erklärte der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV), Gordian Meyer-Plath gegenüber "MDR Aktuell".

Anfang Februar traf es das Wahlkreisbüro von Justizminister Sebastian Gemkow in Neulindenau.
Anfang Februar traf es das Wahlkreisbüro von Justizminister Sebastian Gemkow in Neulindenau.  © David Hagenbäumer

"Sie passen auch in entsprechende Demonstrationsaufrufe der Antifa, die schon im vergangenen Jahr gelaufen sind. Wo es gegen Erdogan und gegen den Faschismus ging." Das seien genau die Worte, die auch in dem Bekennerschreiben verwendet wurden. Insofern sehe man da einen ganz engen Zusammenhang, so Meyer-Plath weiter.

Die jüngsten Vorfälle in Leipzig verwundern seine Behörde nicht. Er hat die militante autonome Szene in der Messestadt schon lange im Blick.

"Auch die linksextremistische Szene, gerade in Leipzig, hat das Thema sehr stark für sich entdeckt", kommentiert der Präsident des LfV gegenüber "MDR Aktuell" die aktuelle Entwicklung.

"Und die jüngsten Anschläge eben auch auf eine DITIB-Moschee in Sachsen, aber auch auf SPD-Einrichtungen, zeigen, dass sie damit ihr Feindbild noch mal erweitert hat, wenn es darum geht, Dinge zu finden, die aus ihrer Sicht angriffswürdig sind, den demokratischen Rechtsstaat treffen sollen",

Im Fall der Farbanschläge auf die Büros von Mann und Gemkow sowie die türkische Moschee in der Hermann-Liebmann-Straße ermittelt das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum.


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