Anschlag auf Bankfiliale: Bekennerschreiben aufgetaucht

Leipzig - In der Nacht zum Montag wurde ein Anschlag auf eine weitere Commerzbank-Filiale verübt. Auf Indymedia ist unterdessen ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Die Farbbombe an der Fassade verunreinigte auch den Bürgersteig vor der Bankfiliale.
Die Farbbombe an der Fassade verunreinigte auch den Bürgersteig vor der Bankfiliale.  © David Hagenbäumer

In der Nacht zum Ostermontag gegen 1.45 Uhr war die Commerzbank-Filiale in der Landsberger Straße das Ziel von linken Aktivisten. Die Fenster sowie die Glastür wurden mit Steinen eingeworfen, die Fassade mit Farbbeuteln beworfen.

Die Täter flüchteten unerkannt, so die Polizei am Montag. Jedoch ist ein Bekennerschreiben auf der Linken-Plattform "Indymedia" offenbar auch diesem Anschlag zuzuordnen.

Auf Indymedia ist bereits am 26. März ein Artikel erschienen, in dem sich die Aktivisten zu Anschlägen auf insgesamt acht Bankfilialen bekennen.

Unter anderem betroffen waren die Deutsche Bank Filialen in der Könneritzstraße, in der Gorkistraße sowie am Lindenauer Markt, die Commerzbank am Ostplatz sowie die Allianz in der Bornaischen Straße, in der Tarostraße, in der Lauchstädter Straße und in Markkleeberg.

Die Commerzbank-Filiale in Gohlis ist offenbar als neuntes Anschlagsziel zu verbuchen.

Eingangstür und Fenster gingen zu Bruch.
Eingangstür und Fenster gingen zu Bruch.  © David Hagenbäumer

Auf der Fassade der Bank ist in blauer Farbe "Nieder mit Erdogan, Tag X" zu lesen. Damit drücken die Aktivisten ihren Protest gegen den Feldzug des türkischen Staates gegen die Menschen in der kurdischen Region Efrîn in Nordsyrien aus.

"Wir beabsichtigen mit unseren Aktionen, unsere Solidarität auszudrücken, mit der YPJ, der YPG und der PKK, mit Rojava und der Revolution, mit dem ungebrochenen Widerstand der freien Menschen Rojavas gegen Erdoğans faschistische Milizen", heißt es auf Indymedia.

Auch möchten die Antifaschisten auf die deutsche Beteiligung an dem Krieg und die Tradition deutscher Unterstützung bei der Unterdrückung der Kurden durch die Türkei aufzeigen.

"Die BRD und Europa stehen in diesem Krieg an der Seite der Türkei. Dieser Krieg wird mit G3 Sturmgewehren von Heckler & Koch geführt, Dörfer werden mit deutschen Leopard 2 Panzern bombardiert.

Seit Jahrzehnten wird das türkische Regime mit deutschen Waffen beliefert. Allein seit Beginn der Gefechte im Januar wurden Rüstungsgüter im Wert mehrerer Millionen Euro in die Türkei exportiert, entgegen Gabriels scheinheiliger Ankündigung, die Exporte einzustellen.

Die Kripo ermittelt.
Die Kripo ermittelt.  © David Hagenbäumer

Banken wie die Deutsche Bank und die Commerzbank, Versicherungen wie die Allianz sind Aktionäre und Investoren der deutschen Rüstungsindustrie. Sie sind direkte Profiteure der deutschen Rüstungsexporte und damit auch direkte Profiteure von türkischen Militäroperationen", schreiben die Linken weiter.

"Dieser Krieg ist ein Geschäftsfeld der deutschen Rüstungsindustrie, sie hat kein Interesse an einem schnellen Ende der Gefechte. Der Krieg liegt im Interesse des deutschen Kapitals. Dieser Krieg wird mit Unterstützung der deutschen Rüstungsindustrie und deutscher Banken geführt."

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. TAG24 bleibt dran.


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