Streit ums Geld? Mit dieser App könnt ihr das in Zukunft vermeiden!

Nur ein paar Wochen lang hat Ingo Karstein (39) an seiner App "krediz" getüftelt.
Nur ein paar Wochen lang hat Ingo Karstein (39) an seiner App "krediz" getüftelt.

Leipzig - Durch sein Hobby kam der IT-Entwickler Ingo Karstein auf eine geniale Idee: Eine App, die Diskussionen um Geld ein Ende bereitet. TAG24 hat den 39-Jährigen getroffen.

Wer kennt das nicht? Hier ein gemeinsames Essen, da mal ein Kaffee oder der Eintritt fürs Kino: Einer übernimmt die Rechnung und am Ende verliert man den Überblick über die Ausgaben. Gerade bei Pärchen sorgt das liebe Geld so immer wieder für Streitereien.

Auch Ingo Karstein kennt dieses Problem. Mit einem Freund geht er regelmäßig klettern, danach ab und zu noch gemeinsam essen oder ein Bier trinken. Mal bezahlt der eine, mal der andere. "Irgendwann kommt man durcheinander", ärgerte sich Karstein und nahm die Sache in die Hand. Heraus kam "krediz".

Nur wenige Wochen hat der gebürtige Leipziger an seiner Idee getüftelt. Die App funktioniert ganz leicht: Auf einem virtuellen Punkte-Konto werden Ausgaben als Plus-Betrag vermerkt. Wer in der Kreide steht, sieht denselben Betrag als Minus auf seinem Konto angezeigt. Was früher in einer Zettelwirtschaft endete, wird jetzt geordnet und übersichtlich vermerkt. "Die Eleganz der App liegt dabei aber im Backend, also dem Teil, den der App-Nutzer nicht sieht." ergänz Karstein: "Darin steckt viel Potential für kommerzielle Anwendungen."

Das Besondere an dem System: Die App ist immer nur auf zwei Personen beziehungsweise Parteien ausgelegt. "Um die Punkte auszutauschen, muss man quasi immer an einem Tisch sitzen", so Karstein.

Das "Café Cantona" macht der gebürtige Leipziger gerne mal zum Außenbüro. Hier wird seine App auch erstmals eingesetzt.
Das "Café Cantona" macht der gebürtige Leipziger gerne mal zum Außenbüro. Hier wird seine App auch erstmals eingesetzt.

Und es müsse nicht zwangsläufig immer nur um Geld gehen.

"Man kann die App im Prinzip für alle Dinge benutzen, die man austauscht und die in Zahlen messbar sind." So ließen sich zum Beispiel Rabattkarten oder Teilnehmerlisten ablösen. Auch wären darüber Pre-Paid-Modelle für Kurs-Anbieter wie Yoga und Pilates einfach realisierbar.

Sein "Baby" probiert Karstein derzeit im "Café Cantona" aus. Dort können sich Gäste montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr ihre Rechnung als krediz gutschreiben lassen. Ist das Punktekonto voll (100 Punkte), gibt es auf die nächsten Quittung 10 Euro geschenkt. In dem Café am Bayerischen Platz verbrachte der 39-Jährige so einige Stunden mit der Arbeit an seinem Projekt.

Karstein, der am DeutschenLiteraturinstitut und der HGB studierte, arbeitet seit etwa 20 Jahren als Software-Entwickler. Aus einem Nebenjob, um sein Studium zu finanzieren, machte der IT-Entwickler schließlich seinen Hauptberuf. Seit Oktober 2015 ist er Chef der "kenaro GmbH", die hauptsächlich für große Unternehmen im Bereich Microsoft SharePoint in München, Dresden, Leipzig und deutschlandweit arbeitet.

Und wie soll es weitergehen mit "krediz"? "Die App ist mehr ein Hobby für mich und meine Firma", sagt Leipziger. Erst einmal will er lokal an die Sache rangehen: Mit seiner Idee will Karstein in Zukunft auch andere Cafés und Restaurants in der Stadt überzeugen. Noch stecke das Projekt in den Kinderschuhen, so Karstein. Man müsse erst einmal schauen, wie es von den Leuten angenommen wird.

Sein Haupt-Augenmerk legt er aber auf sein Umfeld: "Die App soll private Leute ansprechen." Damit der Streit ums liebe Geld endlich der Geschichte angehört!


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