War es die letzte Tour? Kiss bringen Leipziger Arena zum Kochen

Leipzig - Am Montag begeisterten Kiss die Leipziger beim Stopp ihrer "End of the Road"-Welttournee. Damit startete die Band den europäischen Teil ihrer ausgedehnten Tour, die die letzte sein soll.

"Wir können das nicht ewig machen", kündigte Sänger Gene Simmons (69) an.
"Wir können das nicht ewig machen", kündigte Sänger Gene Simmons (69) an.  © DPA

"You wanted the best, you got the best", brüllte es aus den Batterien von Lautsprechern, "the hottest band in the world: Kiss!" Ein ohrenbetäubender Knall, der schwarze Vorhang mit dem silbernen Bandlogo fiel, und das Rock'n'Roll-Spektakel begann.

Auf leuchtenden Plattformen glitten Kiss auf die Bühne hinab, während sie "Detroit Rock City" vom Albumklassiker "Destroyer" (1976) spielten und im Hintergrund der Bühne das Feuerwerk in Strömen regnete. Auf ihrer Abschiedstour gaben Paul Stanley, Gene Simmons, Tommy Thayer und Eric Singer in der Arena Leipzig noch mal einige ihre größten Hits zum Besten: "Shout It Loud", "Calling Dr. Love" oder "Cold Gin" sind unter Rockfans seit Jahrzehnten Kult.

Schon einmal kündigten Kiss ihren Abschied an und gingen in den Jahren 2000-2001 auf "Farewell Tour". Doch Stanley und Simmons machten kurz darauf einen Rückzieher, tauschten die Originalmitglieder Ace Frehley und Peter Criss wegen Differenzen durch die jüngeren Thayer und Singer aus und tourten einfach weiter.

Jetzt soll wirklich Schluss sein. "Wir können das nicht ewig machen", betonte Bassist und Sänger Simmons vor dem Konzert. Simmons ist 69, sein langjähriger Bandpartner und Kiss-Mitgründer Stanley ist 67. "Wir sind jetzt auf der Spitze des Olymps und genießen die Aussicht", sagt Simmons. "Wenn du die Spitze erreicht hast, ist der richtige Zeitpunkt aufzuhören."

Schwelgen in alten Zeiten

Mit Schminke und Spektakel begeisterten Kiss am Montagabend die Leipziger.
Mit Schminke und Spektakel begeisterten Kiss am Montagabend die Leipziger.  © DPA

Während der rund zweistündigen Abschiedsshow erinnerte die Band an alte Zeiten. Auf dem riesigen Bildschirm auf der Bühne waren frühe Aufnahmen von Kiss aus den 70er Jahren zu sehen. Damals war alles wilder: die Haare, die Posen, das Benehmen. Heute lassen es Kiss vergleichsweise etwas langsamer und gemütlicher angehen - verständlich, wenn man wie Frontmann Stanley eine neue Hüfte hat.

Immer wieder senkten sich ein knappes Dutzend kleinerer Bildschirme von der Hallendecke und sorgten für ein beeindruckendes, buntes Bühnenbild. Zum Showfinale mit der berühmten Hymne "Rock And Roll All Nite" klatschte und sang das Publikum - viele mit Make-up - lautstark mit.

Die Konfetti-Kanonen, die Flammenwerfer und Feuerwerksbatterien schossen noch mal aus allen Rohren und sorgten für einen lauten und würdigen Abschluss dieses unterhaltsamen Rock'n'Roll-Theaters.

Titelfoto: DPA

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