Staatsschutz ermittelt in 34 Fällen: So viele Autos brannten 2018 in Leipzig

Leipzig - Auch 2018 brannten des Nachts immer wieder Autos in Leipzig. Allein bis Ende August gingen bereits 41 Fahrzeuge in Flammen auf. Doch wie viele waren es letztendlich insgesamt? Und was braucht die Polizei, um effektiver dagegen vorzugehen? TAG24 hat nachgefragt.

Immer wieder brennen im Leipziger Stadtgebiet Autos, wie beispielsweise dieser BMW in der Nacht auf den 21. August im Musikerviertel.
Immer wieder brennen im Leipziger Stadtgebiet Autos, wie beispielsweise dieser BMW in der Nacht auf den 21. August im Musikerviertel.  © Einsatzfahrten Leipzig

Es ist immer wieder dieselbe traurige Meldung: In der vorherigen Nacht ging irgendwo in Leipzig ein Auto in Flammen auf. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, die Polizei ermittelt wegen Verdachts der Brandstiftung. Glücklicherweise wird in den meisten Fällen niemand verletzt.

Insgesamt 106 Straftaten, in denen Autos brannten, seien 2018 bei der Polizei eingegangen, wie nun Behördensprecher Andreas Loepki gegenüber TAG24 erklärte.

Besonders häufig betroffen: Premium-Karossen wie Mercedes und BMW in Stadtteilen, in denen es durch Sanierung von Wohnraum zu sozialen Verschiebungen kommt. Weil in zwölf Fällen ein politisches Motiv vermutet wurde, schaltete sich im August der Staatsschutz in die Ermittlungen ein (TAG24 berichtete).

Doch auch danach war kein Ende der Vorfälle in Sicht. Noch im August ging ein Pkw in Leipzig-Südost in Flammen auf. Anfang September brannte der nächste BMW, dieses Mal in der Südvorstadt. Im Oktober verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf den Pkw des Leipziger Linken-Abgeordneten Sören Pellmann. Das Fahrzeug erlitt Totalschaden, zwei weitere Wagen wurden beschädigt (TAG24 berichtete). Auch in der Nacht zum 31. Dezember wurden drei Autos in Gohlis-Süd und Schönefeld-Ost durch Brandstiftung angezündet.

Die Zahl der Straftaten, in denen der Staatsschutz ermittelt, habe sich dabei bis zum Jahresende auf 34 erhöht, so Loepki. Wie viele zerstörte oder beschädigte Fahrzeuge sich genau dahinter verbergen, könne nicht geprüft werden. "Hierfür fehlt es schlicht an der zeitlichen Kapazität."

Seit Anfang 2019 waren bereits mehrere Fahrzeuge der deutschen Bahn in Flammen aufgegangen.
Seit Anfang 2019 waren bereits mehrere Fahrzeuge der deutschen Bahn in Flammen aufgegangen.  © Einsatzfahrten Leipzig

Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl damit wieder deutlich gestiegen. So wurden 2017 83 Fälle gezählt. 2014 waren es 87 und im Folgejahr 81 Straftaten. Der traurige Höhepunkt wurde 2016 mit 129 Fällen erreicht.

Auch in diesem Jahr fielen bereits wieder Autos in Leipzig den Flammen zum Opfer, darunter: Ein Mercedes der Leipziger AfD-Fraktion, der Opel von Alex Malenki, Chef der Identitären Bewegung in Leipzig, sowie mehrere Fahrzeuge der Deutschen Bahn. Letztere wurden einem Bekennerschreiben zufolge von Anhängern der Autonomen Linken angezündet (TAG24 berichtete). Zehn Taten seien derzeit bei der Polizei erfasst (Stand: 29. Januar).

TAG24 wollte wissen, was die Polizei benötigt, um effektiver gegen solcherlei Verbrechen vorgehen zu können. "Da die Straftaten zumeist im Schutz der Dunkelheit begangen werden und die Brände nicht sofort in vollem Ausmaß lodern, ist das Zeugenaufkommen und die Qualität der daraus erlangten Angaben regelmäßig recht gering", erklärte Polizeisprecher Loebki.

Die Behörde sei sich jedoch sicher, dass es auch Zeugen gäbe, die ihre Beobachtungen für unbedeutend halten und sich deswegen nicht bei der Polizei melden. "Um dieses Potenzial werben wir explizit."

Zeitgleich müsse die Polizei jedoch auch stärker im öffentlichen Raum präsent sein. Ein Problem, zu dessen Behebung sich der Freistaat Sachsen bekannt und eben dies auch auf den Weg gebracht habe, so Loepki.

Der Polizeisprecher nahm jedoch auch Leipzigs Bürgerinnen und Bürger in die Verantwortung. "Es braucht frühzeitige Prävention in den Köpfen, was allerdings eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Diese beginnt im Elternhaus, umfasst die Schule, soziale Kontakte, politische Bildung und Aufklärung sowie Sozialarbeit."

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