Pläne werden konkret: So wird's im Viertel am Bayerischen Bahnhof aussehen

Leipzig - Am Montag wurden im Neuen Rathaus die Pläne für das neue Stadtviertel im Zentrum-Südost, das hinter dem Bayerischen Bahnhof entstehen soll, vorgestellt.

Am Montag stellten Stadt und Bauunternehmer die Pläne für das neue Viertel vor.
Am Montag stellten Stadt und Bauunternehmer die Pläne für das neue Viertel vor.  © privat

Bis dahin war es ein langer Kampf: Bereits 2011 rief die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb aus zum Entwurf des neuen Quartiers auf. Den gewann das Atelier Loidl,Wessendorf aus Berlin. Erst 2017 lag schließlich der erste Entwurf des Städtebaulichen Vertrags vor.

Zu einer Unterzeichnung kam es damals nicht. Noch ein Jahr später, im November 2018, wurde schließlich der überarbeitete Vertrag zwischen der Stadt Leipzig und der BBH Entwicklungs GmbH, der ein Großteil der Fläche gehört, unterschrieben.

Nun soll es mit großen Schritten vorangehen. Anfang nächsten Jahres planen Stadt und Bauherren, die ersten Spatenstiche zu setzen. Dann soll der Startschuss fallen für die Grundschule und das Wohngebiet am Dösner Weg. Es wird höchste Zeit, wie Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) betont: "Wir brauchen dringend neue Wohnungen, Schulen und Kitas. [...] ich freue mich, dass es nach einer Zeit relativen Stillstandes nun einvernehmlich weitergehen kann."

Platz für 2700 Menschen

Insgesamt sollen auf dem Areal 1600 Wohnungen entstehen, in denen 2700 Bewohner Platz finden. Außerdem werden 330 Kitaplätze geschaffen. Für die Bebauung hat sich die Stadt 2017 die BUWOG Group als Partner mit ins Boot geholt. Das Unternehmen wird einen Großteil der Wohnungen errichten. Das Viertel ist eines von drei Großprojekten in Deutschland, das die Wohnungsentwickler aus Wien in Deutschland betreuen. Die Preise für das neue Wohnen werden laut Alexander Happ, Geschäftsführer der BUWOG Bauträger GmbH, zwischen 6,50 Euro und 10 Euro aufwärts pro Quadratmeter liegen. 30 Prozent der von der BUWOG gebauten Wohnungen unterliegen der Mietpreisbindung.

Auf der Fläche hinter dem Bayerischen Bahnhof wird das neue Viertel mit Platz für 1600 Wohnungen entstehen.
Auf der Fläche hinter dem Bayerischen Bahnhof wird das neue Viertel mit Platz für 1600 Wohnungen entstehen.  © Stadt Leipzig

Eine bunte Mischung soll es werden - sowohl an Bewohnern, als auch an Nutzungsmöglichkeiten. Neben Wohnraum wird auch ein großer Teil des Areals für den Aufbau neuer Gewerbeflächen genutzt. "Die Stadt wächst und damit auch der Bedarf an Arbeitsplätzen", erklärt Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (64).

Damit es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt, sind im Vertrag knallharte Strafen ausgewiesen. Sollten die Bauarbeiten beispielsweise zu spät beginnen oder das Projekt nicht rechtzeitig fertig werden, kostet das jeweils satte 250.000 Euro. "Wir wollen zeigen, dass wir es ernst meinen", betont Burkhard Jung. Bei einem Bauvorhaben, das insgesamt etwa 600 Millionen Euro verschlingt, ist nicht zu spaßen.

Ebenfalls ganz groß auf die Fahne geschrieben haben sich die Verantwortlichen das Thema ökologischer Bau. So beinhalten die Planungen umweltverträgliche Mobilitätsformen, die Errichtung eines öffentlichen Stadtteilparks, sowie ausgebaute Rad- und Gehwegsverbindungen. Das Viertel wird als autoreduziert geplant. Auch die Öffentlichkeit soll ein Wörtchen mitzureden haben. In Workshops und Bürgerforen können die Leipziger Meinungen, Kritik und Wünsche loswerden und an der aktiven Gestaltung des neuen Viertel teilhaben.

Nun liegt es am Stadtrat, über die Verträge zu entscheiden. Das soll noch im März geschehen.

Titelfoto: Stadt Leipzig

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