Dürfen Lkw künftig nur noch mit Abbiege-Assistent in Leipzig einfahren?

Leipzig - Allein im vergangenen Jahr sollen sechs Menschen in Leipzig ihr Leben verloren haben, weil Lkw-Fahrer sie beim Abbiegen übersehen haben. Zu viele, wie es während der Ratsversammlung der Messestadt am Mittwoch hießt. Dabei forderte Leipzigs Linke eine Prüfung: Wie ist es Leipzig möglich, schrittweise die Einfahrt von Lkw ohne Abbiege-Assistent in die Stadt zu beschränken.
Im Mai wurde ein 20-jähriges Mädchen auf dem Rad von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt.
Im Mai wurde ein 20-jähriges Mädchen auf dem Rad von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt.  © Nico Zeißler
Es ist eine traurige Bilanz, die Franziska Riekewald von Leipzigs Linken-Fraktion am Mittwoch während der Ratsversammlung zieht. Allein im Jahr 2018 sollen in der Messestadt sechs Menschen ums Leben gekommen sind, weil sie von Lkws erfasst worden. Die Lkw-Fahrer sollen sie beim Abbiegen schlichtweg übersehen haben.

In den vergangenen Monaten sollen drei Radfahrerinnen hinzugekommen sein. "Das sind drei Tote zu viel", so Riekewald. Das Thema Abbiege-Assistent werde derzeit bundesweit diskutiert. Weil die Bundesregierung jedoch bis 2020 nichts unternehmen werde, haben am Mittwoch Riekewald und die Linke einen eigenen Antrag in den Stadtrat eingebracht."Wir haben schließlich eine Verantwortung für die Sicherheit auf Leipzigs Straßen." Darüber hinaus habe die Stadt die Möglichkeit, nicht sicheren Lkws die Einfahrt zu verbieten.

Die Forderung der Fraktion: Der Oberbürgermeister solle prüfen, "wie es der Stadt Leipzig möglich ist, schrittweise die Einfahrt von Lkws ohne Abbiege-Assistent in die Stadt zu beschränken." Das Ergebnis der Prüfung sei bis Ende 2019 vorzulegen.

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen. (Symbolbild)
Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen. (Symbolbild)  © 123RF

Teil der Untersuchung sollen unter anderem auch die Auswirkungen einer entsprechenden Beschränkung auf Laster der Stadt selbst sowie der Beteiligungsunternehmen sein.

FDP-Stadtrat Sven Morlok warf ein, er halte es für gefährlich, einen Prüfantrag zu formulieren "und den Eindruck zu erwecken, wir könnten etwas tun, wenn wir tatsächlich nichts tun können."

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau pflichtete Morlok bei. "Wir können nicht die ganze Stadt schützen, sondern lediglich einzelne Teile." Man wolle auch nicht die ganze Stadt sperren, warf Riekewald daraufhin ein. "Wir wünschen uns, einen Mittelweg aufzuzeigen. Es ist ja schließlich möglich, einzelne Stellen zu sperren, wenn dort Gefahrenpunkte bestehen."

Dies würde Dubrau zufolge jedoch nur bedingt zum Erfolg führen. "Es bringt uns doch nichts, wenn wir jetzt irgendwo Hundert Meter sperren. Am Ende fahren die Lkws drumherum."

Der Antrag wurde schließlich mit 14 zu 40 Stimmen abgelehnt.

Titelfoto: Nico Zeißler

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