Polizei durchsucht Leipziger Linken-Treff "Black Triangle"!

Leipzig - Die Polizei hat am Dienstag in den frühen Morgenstunden das seit mehr als zweieinhalb Jahren von Linksextremen annektierte Bahngelände "Black Triangle" besetzt. Grundlage ist ein Beschluss des Amtsgerichts Leipzig.

Rund 150 Landes- und Bundespolizisten hatten in den frühen Morgenstunden des 15. Januar das Leipziger "Black Triangle" besetzt.
Rund 150 Landes- und Bundespolizisten hatten in den frühen Morgenstunden des 15. Januar das Leipziger "Black Triangle" besetzt.  © Alexander Bischoff

Kurz nach 6 Uhr rollten Dutzende Fahrzeuge von Landes- und Bundespolizei an dem Gleisdreieck in Leipzig-Connewitz an. Die Einsatzkräfte öffneten das Tor und die alten Bahngebäude.

Nach Angaben von Polizeisprecher Andreas Loepki sind 150 Beamte im Einsatz. "Wir vollstrecken einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Leipzig, auf Grundlage staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs", sagte Loepki gegenüber TAG24.

Bei der Aktion handelt es sich nicht um eine zivilrechtliche Räumung, die bislang immer an juristischen Formalien gescheitert war.

Besitzer des Geländes ist die Deutsche Bahn. Im Juni 2016 wurden die verlassenen Gebäude von Linksautonomen besetzt, die das "Black Triangle" seither als eine Art soziokulturelles Zentrum betreiben.

Bei der Polizeiaktion am Dienstagmorgen wurde nach Angaben des Behördensprechers keine Person angetroffen.

Allerdings: Einer der Räume war mit einer Ofenheizung beheizt, so dass die Vermutung naheliegt, dass sich in der Nacht tatsächlich Personen hier aufgehalten haben.

Anliegen der Polizeiaktion sei es, Personen auf dem Gelände festzustellen, ihre Personalien aufzunehmen und zu prüfen, ob ein Hausfriedensbruch vorliegt, sagte Loepki.

Ob die Deutsche Bahn im Anschluss an die Polizeiaktion die Gebäude verschließen oder baulich so verändern wird, dass ein Eindringen nicht mehr möglich ist, konnte der Polizeisprecher nicht beantworten.

Grundlage der polizeilichen Maßnahme sind staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs.
Grundlage der polizeilichen Maßnahme sind staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs.  © Alexander Bischoff
Das "Black Triangle" galt zweieinhalb Jahre als Trutzburg gegen die staatliche Ordnung.
Das "Black Triangle" galt zweieinhalb Jahre als Trutzburg gegen die staatliche Ordnung.  © Alexander Bischoff
Was die Bahn als Grundstückseigentümer nach der Durchsuchung mit dem Gelände macht, ist noch offen.
Was die Bahn als Grundstückseigentümer nach der Durchsuchung mit dem Gelände macht, ist noch offen.  © Alexander Bischoff

Update,12.45 Uhr: In einem Statement betitelte die Leipziger Linke den Einsatz als "unverhältnismäßig" und ruft alle Beteiligten zur Besonnenheit auf. "[D]ie heutige Polizeiaktion [muss] als (fehlgeschlagener) Versuch einer Eskalation und Provokation gewertet werden", so die Partei. Laut Landtagsabgeordneter Juliane Nagel und Leipziger Linken-Vorsitzender Adam Bednarsky sollte auf dem Areal "Raum für selbstbestimmtes kulturelles und politisches Engagement [...] erhalten" werden. Abschließend erklärten Nagel und Bednarsky: "Wir setzen uns als Leipziger LINKE ein, Freiräume für nicht-profitorientierte Nutzungsmöglichkeiten in der Stadt zu schaffen. Das gilt auch für das nun faktisch geräumte Black Triangle. Die bunte Projektlandschaft ist ein Markenzeichen Leipzigs und darf nicht verloren gehen."

Titelfoto: Alexander Bischoff

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