"Gab keinen Widerstand": So bewertet die Linke Szene die Räumung des "Black Triangle"

Leipzig - Am Dienstag räumte die Polizei das alternative Zentrum "Black Triangle" in Leipzig (TAG24 berichtete). Es folgte eine Protestdemo, darüber hinaus wurde mit neuerlichen Anschlägen der autonomen Linken gerechnet, die bisher jedoch ausblieben. Auf der Internetseite "Indymedia" wurde nun eine Bewertung der sogenannten "Tag X+1"-Demo sowie der Räumung veröffentlicht. Auch Ansätze über das weitere Vorgehen werden geliefert.

Beamte der Polizei während der "TAG X+1"-Demo.
Beamte der Polizei während der "TAG X+1"-Demo.  © DPA

Der Großteil des Textes konzentriert sich jedoch auf die Räumung sowie die Demonstrationen vom Wiedebachplatz bis zum Polizeirevier an der Dimitroffstraße einen Tag später (TAG24 berichtete). Überschrieben mit den Worten "Eine möglichst objektive und neutrale Bewertung" scheint diese dann hauptsächlich eines zu bieten: Viel Selbstkritik.

So habe man sich seit der G20-Ausschreitungen in Hamburg im Juli 2017 auf eine Räumung eingestellt. Sogar die "TAG X+1"-Demo sei um diese Zeit bereits angekündigt und Plakate mit dem Treffpunkt Wiedebachplatz, 18 Uhr, in der Stadt verteilt worden.

Als die Polizei nun jedoch anrückte, sei niemand mehr im "Black Triangle" vorzufinden gewesen. "Es gab keinen Widerstand." Die Besetzer sollen sich zuvor zerstritten haben. "Es gab Rassismus- und Sexismus-Vorwürfe", heißt es in dem Text. Letztlich sollen sich lediglich Menschen ohne Obdach auf dem Gelände befunden haben. Die meisten hätten erst durch die Medien von der Räumung erfahren.

Auch der Demonstration am Mittwoch sei Orientierungslosigkeit vorangegangen. "War es überhaupt sinnvoll dem Demo-Aufruf zu folgen? Der Freiraum wurde doch kaum noch genutzt." Auf Indymedia sollen jedoch "solidarische Kiezbewohner" gefordert haben, sich das "Black Triangle" zurückzuholen.

Zwar sei der Protest letztendlich "kämpferisch und relativ laut" ausgefallen, dennoch stellt der Verfasser des Textes infrage, "inwiefern diese Demonstration jetzt sinnvoll war. Das erklärte Ziel war die 'Zurückeroberung' des 'Black Triangle', doch das war auch nur Wunschdenken. Stattdessen ist man mit der Demo direkt in die Falle der Bullen gelaufen und musste sich den staatlichen Repressionen aussetzen."

Von weiteren Demonstrationen wird deswegen im Text abgeraten. Stattdessen heißt es im letzten Abschnitt der Bewertung: "Zu begrüßen wären viele militante, dezentrale und gut durchdachte Aktionen, diese lassen sich durch die Bullen nur schwer verhindern und schwer aufklären.

So könne Druck auf die Bahn und die Stadt ausgeübt und gleichzeitig gezeigt werden, "dass man sich die Freiräume nicht widerstandslos nehmen lässt und es sie mehr kostet, das Gelände verfallen zu lassen und mit unseren Aktionen klar zu kommen, als wenn man das Black Triangle als kulturelles Zentrum bestehen lässt."

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