Frierend in Park entdeckt: Was ist mit dieser Katze passiert?

Von Anke Brod

Leipzig - Als durchnässtes Häufchen Elend wurde eine bildhübsche, rot-weiß gemusterte Miezekatze letzten Freitag in Leipzig-Stötteritz unterhalb eines Parks an der Güntzstraße gefunden.

Mittlerweile geht es der kleinen Miez schon viel besser.
Mittlerweile geht es der kleinen Miez schon viel besser.  © privat

"Wir denken, dass sie dort schon über Nacht lag", berichtete Finderin Silvana K. (33) nun im Gespräch mit TAG24. "Und sie lag einfach dort, zusammengekauert und hat gezittert", erinnert sich die junge Frau mitleidsvoll. Gewohnheitsmäßig hatte sie dort Freitagmittag mit ihrem Hund eine Gassirunde gedreht.

Silvana wohnt direkt gegenüber der zwischen Schönbach- und Güntzstraße gelegenen Parkanlage.

"Ich habe dann sofort meinen Freund angerufen, der in der Nähe arbeitet", schildert sie die Situation und fährt fort: "Der kam gleich mit einer Kiste und Handschuhen vorbei. Dann brachte ich die Katze zur Tierarztpraxis Raqué in Holzhausen."

Ihrer Einschätzung nach wäre das hilflose Tier sonst wohl bitterlich erfroren.

Tierarzt optimistisch: "Ich erwarte keine bleibenden Schäden!"

"Die Katze erschien mir beim Auffinden sehr krank oder verletzt", gibt die aufmerksame Gassigeherin ihren Ersteindruck wieder. "Man hätte sie auch leicht übersehen können", denkt sie. Doch sei Silvana K. grundsätzlich sensibilisiert, wenn wie hier plötzlich etwas Helles im Gestrüpp aufblitze. "Mein Hund bellt sowas sonst an", berichtet sie. Diesmal habe er nicht reagiert, derart apathisch vegetierte die rot-weiße Katze dort am Abhang offenbar schon vor sich hin.

Der Tierarzt stellte wenig später neben der Unterkühlung eine schwere Einblutung links am Schädel und in die Maulhöhle fest und verabreichte dem leidenden Tier ein Schmerzmittel. Die wie Espenlaub zitternde Mieze kam auch sogleich unter die Rotlichtlampe, um wieder "aufzutauen".

Praxisinhaber und Tierarzt Hans-Jürgen Raqué schätzt es so ein: "Ich gehe von einem Autounfall aus, zum Glück ist der Kiefer unversehrt, so dass wir die Katze mit Flüssignahrung päppeln können.

Es geht ihr inzwischen viel besser, und ich erwarte keine bleibenden Schäden".

Wer kennt die verletzte Samtpfote aus der Güntzstraße?

Bei ihrer Gassi-Runde hatte Silvana K. das Tier in Leipzig-Stötteritz gefunden.
Bei ihrer Gassi-Runde hatte Silvana K. das Tier in Leipzig-Stötteritz gefunden.  © Anke Brod

Einen Halterchip trägt die zwei- bis dreijährige weibliche Katze leider nicht unter ihrem Pelz. Genau dieses Manko dürfte sich bei der Besitzersuche nun als überaus schwierig erweisen.

Die Tierarztpraxis Raqué am Walter-Markov-Ring 5 in Leipzig-Holzhausen veröffentlichte gestern via Facebook ein Update:

"Fundkatze 'Maja' (so ihr Arbeitsname), weiblich, zirka 2 bis 3 Jahre, wurde am Freitag durchnässt und verletzt in einem Gebüsch in Stötteritz gefunden. Inzwischen geht es ihr von Tag zu Tag besser. Sie frisst selbständig, wenn auch zu Lasten der Sauberkeit, da die Beweglichkeit der Zunge und das Schlucken noch eingeschränkt ist. Da steht wohl demnächst ein ausgiebiges Bad an. Leider hat sich noch kein Besitzer gemeldet."

Noch vier Tage zuvor hatte Silvana K. im Feldgraben an der Baalsdorfer Straße hinter Holzhausen ein totes, im Plastikbeutel entsorgtes Tier endeckt und es mit unbekanntem Ausgang den Behörden gemeldet.

Die Katze, die auf den Namen "Maja" getauft wurde, ist vermutlich von einem Auto angefahren worden.
Die Katze, die auf den Namen "Maja" getauft wurde, ist vermutlich von einem Auto angefahren worden.  © privat

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