Vier Taten in vier Wochen: Leipziger Feuerteufel-Duo geschnappt

Leipzig - Der Leipziger Polizei ist auf der Suche nach Brandstiftern, vor allem im Bereich der Eisenbahnstraße, ein großer Erfolg gelungen. Eine 23-jährige Frau und ihr Partner (32) konnten auf frischer Tat geschnappt werden, befinden sich nun in U-Haft. Auf ihr Konto sollen mindestens vier teils verheerende Brandstiftungen gehen.

Rund um die Eisenbahnstraße kam es in letzter Zeit vermehrt zu Brandstiftungen.
Rund um die Eisenbahnstraße kam es in letzter Zeit vermehrt zu Brandstiftungen.  © Ralf Seegers

Wie die Leipziger Staatsanwaltschaft und Polizei in einem gemeinsamen Schreiben am Mittwochmorgen mitteilten, wurde das Paar kurz nach zwei Brandstiftungen am frühen Morgen des 21. März gestellt.

Gegen 4 Uhr haben Beamte das Duo demnach angesprochen, nachdem sich diese neben parkenden Fahrzeugen aufhielten. Die beiden flüchteten zunächst, konnten jedoch geschnappt und kontrolliert werden. Es wurden Drogen, offenbar Crystal, ein Einhandmesser und eine Schreckschusswaffe gefunden. Ein Schlüssel konnte dem Mehrfamilienhaus in der Eisenbahnstraße 118 zugeordnet werden, zu dem die Feuerwehr in diesem Zeitraum zuerst alarmiert wurde.

Bei den Vernehmungen erhärtete sich bei beiden auch der Tatverdacht, "am Morgen des 22. Februar in einem bewohnten Mehrfamilienhaus an der Ludwigstraße, in einem leerstehenden Gebäude an der Mierendorffstraße und an Fahrzeugen in der Theodor-Neubauer-Straße Feuer gelegt zu haben", so Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz und Polizeisprecher Andreas Loepki.

Bei den elf Wagen entstand Sachschaden von über 100.000 Euro.

Appell an Mieter und Immobilienbesitzer

Auf die Kappe das Feuerteufel-Duos sollen mindestens vier Taten gehen.
Auf die Kappe das Feuerteufel-Duos sollen mindestens vier Taten gehen.  © DPA

Am 22. März beantragte die Staatsanwaltschaft wegen des dringenden Tatverdachts der versuchten schweren Brandstiftung, der versuchten Brandstiftung in zwei Fällen sowie der Brandstiftung in elf tateinheitlichen Fällen gegen die 23-Jährige und den 32-Jährigen jeweils einen Haftbefehl, welche der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Leipzig am gleichen Tag antragsgemäß erließ und in Vollzug setzte. Seither befinden sich beide Leipziger in U-Haft.

Laut Informationen der "LVZ" soll es sich bei der Verdächtigen um die Tochter eines bekannten Strafverteidigers handeln.

Die Gründe für die Brandstiftungen sind derzeit unklar. Schulz und Loepki: "Soweit bestehen aber keine Anhaltspunkte für eine politische Prägung von Tat und/oder Person." Im Falle einer Verurteilung wegen Brandstiftung drohen den Tätern Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr auf Bewährung.

Weiter heißt es, dass für die Geschädigten physischen, materiellen und psychischen Belastungen rund um die Tat entstehen. "Es wird daher auch künftig darauf hingewirkt, Brandstifter schnell zu ermitteln und ihrem Tun nachhaltig das Handwerk zu legen."

Aber auch Hausbesitzer und Mieter sollen verstärkt darauf achten, potenzielle Brandlast aktiv zu minimieren. Neben dem Verschluss von Haus- und Kellertüren betreffe dies auch lagernden Altpapier und im Treppenhaus aufgestellte Regale. Dort abgestellte Fahrräder, Kinderwagen und Spielzeuge behindern zudem Fluchtwege. Im Falle eines Brandes kann dies gefährlich werden.

Mieterin der Eisenbahnstraße geschnappt

Anfang Dezember 2018 konnte nach zwei Brandstiftungen in der Eisenbahnstraße 115 eine verdächtige Mieterin geschnappt werden (TAG24 berichtete). Bei den beiden Vorfällen wurden insgesamt 26 Personen verletzt, darunter drei Kleinkinder im Alter von vier Monaten sowie 2 und 5 Jahren.

Mehr zum Thema Leipzig Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0