Abhörskandal um BSG Chemie: Wurden mehr Personen bespitzelt, als bislang angenommen?

Über Jahre wurden Personen aus dem Umfeld von BSG Chemie Leipzig heimlich abgehört.
Über Jahre wurden Personen aus dem Umfeld von BSG Chemie Leipzig heimlich abgehört.  © DPA

Leipzig - Der Abhörskandal im Umfeld von BSG Chemie Leipzig zieht anscheinend größere Kreise, als bisher angenommen. Nun stellte sich heraus: Nicht nur etliche Journalisten befanden sich im Fokus der Ermittler.

Es fing mit einem Verdacht an: 14 Personen wurde zur Last gelegt, an der Bildung einer kriminellen Vereinigung beteiligt zu sein. Die Fanszene von BSG Chemie Leipzig gilt gemeinhin als politisch links eingestellt.

Diesen Vorwurf stützte die Staatsanwaltschaft Dresden auf Vorkommnisse zwischen 2012 und 2014, bei denen Rechte von unbekannten Vermummten attackiert und beleidigt worden waren.

Jeder, der in Kontakt mit einem der Verdächtigen stand, musste damit rechnen, dass Mobilgespräche- und Nachrichten jahrelang von den Behörden überwacht worden waren. Freunde, Geschäftspartner, Rechtsanwälte, Ärzte...

Über mehrere Jahre hinweg überwachten Sonderermittler den Telefon- und SMS-Verkehr der Verdächtigten. Im Oktober 2016 schließlich wurden die Ermittlungen ad acta gelegt.

Erst im April 2017 erhielten die 14 betroffenen Personen die Mitteilung, dass sie bespitzelt worden waren. Und dazu ihr komplettes Umfeld!

Und nun stellte sich heraus: Auch Medienvertreter, Ärzte und Rechtsanwälte waren nicht gefeit! Aus einer Antwort auf die Anfrage des innenpolitischen Sprechers der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, Valentin Lippmann, geht hervor, dass unter anderem Journalisten der LEIPZIGER VOLKSZEITUNG, der Leipziger Internetzeitung und der BILD-Zeitung bespitzelt worden waren.


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