Nach Tellkamp-Hetze: Überschattet Debatte um rechte Verlage die Buchmesse?

Leipzig - Noch immer ist der Auftritt rechter Verlage auf der Leipziger Buchmesse ein großes Diskussionsthema. Der Auftritt von Uwe Tellkamp in der letzten Woche heizte die Debatte wieder an.

Uwe Tellkamp geriet in Kritik. Nun sagt er eine Lesereise ab.
Uwe Tellkamp geriet in Kritik. Nun sagt er eine Lesereise ab.  © DPA

Brisanz steckt in diesem Jahr besonders in dem Auftritt rechter Verlage auf der Buchmesse. Auf der Frankfurter Buchmesse hatte dies im vergangenen Herbst viel Ärger und Protest ausgelöst. Auch in Leipzig sind Aussteller wie Compact seit Jahren vertreten.

Diese Verlage haben nach Ansicht von Messedirektor Zille das gleiche Recht auszustellen wie andere Kunden auch, so lange ihre Publikationen sich im Rahmen der Gesetze bewegten.

Die Buchmesse trete aufgrund ihres Statuts für die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit ein. "Der kommunikative Aufschwung der rechten Szene ist ein gesellschaftliches Phänomen. Wir sind einer der wenigen analogen Orte, wo eine Auseinandersetzung mit Rechts stattfinden kann", betont Zille. Die Messe stehe für Offenheit, Vielfalt und Austausch.

Im Vorfeld der Messe hatte der Schriftsteller Uwe Tellkamp mit Äußerungen über Flüchtlinge und angeblich drohende Repressionen gegen Andersdenkende in Deutschland eine Debatte ausgelöst (TAG24 berichtete). Bei einem Disput am Donnerstagabend in Dresden betrieb er zudem auch Medienschelte.

Der Suhrkamp-Verlag ging auf Distanz zu dem 49-Jährigen. Tellkamps Erfolgsroman "Der Turm" war bei Suhrkamp erschienen.