Hilfe oder Zwang? Mit dieser Kampagne heizen Klimaschützer Leipziger Kohle-Ausstieg an

Leipzig - Der BUND Leipzig hat eine Kampagne gestartet, um die Stadt vom Kohle-Ausstieg 2023 zu überzeugen.

Mit der Kampagne will der Leipziger Regionalverband des BUND die Stadt unterstützen.
Mit der Kampagne will der Leipziger Regionalverband des BUND die Stadt unterstützen.  © BUND LEIPZIG

Mit der Aktion "Leipzig steigt aus" will die Leipziger Regionalgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland der Verwaltung einen "Schubs" in Richtung Ausstieg aus der Fernwärme geben. Darüber verhandeln derzeit die Stadtwerke Leipzig mit dem Kraftwerk Lippendorf (LEAG) im Leipziger Landkreis.

Das Kraftwerk bei Pödelwitz steht seit Jahren in der Kritik von Umweltschützern. Regelmäßig finden dort Protestaktionen statt, wie im Rahmen des "Klimacamp Leipziger Land" (TAG24 berichtete) oder eine Aktion von Greenpeace im letzten Sommer.

Die Verhandlungen fänden momentan gänzlich ohne Einbezug der Öffentlichkeit statt, so Martin Hilbrecht, Vorsitzender vom BUND Leipzig, im Gespräch mit TAG24. Deshalb entschloss sich der Verein dazu, das Thema bei den Bürgern auf den Tisch zu bringen, bevor Ende Juni/ Anfang Juli die Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung bekannt werden.

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In der Kampagne werden die Leipziger dazu aufgerufen, Farbe zu bekennen, indem sie eine Absichtserklärung unterschreiben. Darin bestimmen die Bürger entweder, beim Kohle-Ausstieg als Neukunde zu den Stadtwerken zu wechseln. Oder aber sie erklären, ihren Vertrag bei den Stadtwerken zu kündigen, sollte das Unternehmen sich nicht von der Kohle verabschieden.

Kampfansage an die Stadtwerke?

Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) sprach sich im Dezember für den Kohle-Ausstieg in 2023 aus.
Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) sprach sich im Dezember für den Kohle-Ausstieg in 2023 aus.  © DPA

"Wir wollen den Kurs des Oberbürgermeisters unterstützen. Das ist kein Vorwurf, eher eine Unterstützung", so Hilbrecht. Burkhard Jung (61, SPD) sprach sich im Dezember letzten Jahres für den Ausstieg in 2023 aus. Außerdem wolle man mit der Kampagne zeigen, dass es bereits viele Menschen in der Stadt gibt, die den Ausstieg befürworten.

Aber was sagen die Verantwortlichen dazu? Die Leipziger Gruppe wurde einen Tag, bevor die Kampagne an den Start ging, "vorgewarnt". Bisher hätten sich die Stadtwerke jedoch nicht beim BUND gemeldet, erzählt Hilbrecht.

Auf Anfrage von TAG24 erklärte das Unternehmen lediglich, die Aktion nicht kommentieren zu wollen. "Wir befinden uns in vertraulichen Gesprächen mit unseren Kollegen der LEAG und nehmen uns dafür die gebotene Zeit", hieß es von den Stadtwerken Leipzig. Der Kohle-Ausstieg in 2023 sei für die Stadt Leipzig aber grundsätzlich möglich, so das Unternehmen.

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Für den BUND braucht es vor allem eins: "[E]s [ist] wichtig, Entscheidern Mut für den Ausstieg aus der Fernwärme zu machen. Helfen Sie Oberbürgermeister Burkhard Jung, die richtige Entscheidung zu treffen - für Leipzig und für Leipzigs Zukunft."

Im Juli 2018 warf Greenpeace den Schriftzug "Kohle befeuert Hitzewellen" an einen der Türme des Kraftwerks Lippendorf.
Im Juli 2018 warf Greenpeace den Schriftzug "Kohle befeuert Hitzewellen" an einen der Türme des Kraftwerks Lippendorf.  © DPA

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