Ärger um Leipziger Kohle-Ausstieg: BUND fordert Verhandlungs-Aufschub

Leipzig - Leipzig steigt aus: Anfang Juli gab die Stadt bekannt, dass ab September 2022 Schluss sein soll mit der Fernwärme vom Kraftwerk Lippendorf (TAG24 berichtete). Ein Gasturbinenkraftwerk am Standort des ehemaligen Kraftwerks in der Bornaischen Straße wird in Zukunft einen Großteil des Stroms erzeugen. Allerdings wird eine Hintertür offengehalten...

Ab September 2022 soll Schluss sein mit der Fernwärme vom Kraftwerk Lippendorf - oder?
Ab September 2022 soll Schluss sein mit der Fernwärme vom Kraftwerk Lippendorf - oder?  © DPA

Und die stößt dem BUND Leipzig sauer auf. Wie Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) ankündigte, wolle man mit der LEAG über eine eventuelle Weiterversorgung verhandeln.

Denn in dem Fall, dass die geplanten Ersatzanlagen nicht rechtzeitig fertig werden, sollen die Leipziger nicht ohne Strom dastehen.

Mit einer Petition fordert der BUND zum Aufschub der Verhandlungen auf. "Wir meinen: warten wir doch mal bis 2022 ab und entscheiden dann! Doch vielmehr droht die LEAG der Stadt Leipzig bereits jetzt für den Fall der Fälle keine Fernwärme zu liefern, wenn nicht schon jetzt feste Abnahmemengen ab 2023 vereinbart werden.

Doch dann würde Leipzig nur scheinbar aus der Kohleversorgung aussteigen", heißt es vom Verein.

Außerdem sei laut den Umweltschützern auch die Versorgung durch das Kraftwerk Lippendorf nicht gänzlich zuverlässig. Ende Juni wurde ein Block des Kraftwerks wegen mangelnder Nachfrage vorerst vom Netz genommen (TAG24 berichtete). Die Stadt sollte sich deshalb nicht vorschnell an einen Folge-Vertrag binden, heißt es vom BUND.

"Wir wollen, dass erst dann mit der LEAG verhandelt wird, wenn klar ist, ob wir ab 2023 noch Fernwärme aus Lippendorf benötigen."

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