So mies lief die Wahl für die Leipziger SPD

Für die Leipziger SPD-Direktkandidaten Jens Katzek (l.) und Daniela Kolbe (r.) war es ein bitterer Wahl-Sonntag.
Für die Leipziger SPD-Direktkandidaten Jens Katzek (l.) und Daniela Kolbe (r.) war es ein bitterer Wahl-Sonntag.  © DPA/Jens Katzek

Leipzig - Die Bundestagswahl ist für die Leipziger SPD zum Wahl-Desaster geworden. Die Partei, die in Leipzig den Oberbürgermeister stellt, landete am Sonntag sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen auf Platz vier hinter CDU, Linke und AfD.

In absoluten Zahlen verlor die SPD in Leipzig am Sonntag 10.645 Stimmen gegenüber der letzten Bundestagswahl.

2013 hatten noch 54.064 Wähler ihre Zweitstimme der SPD gegeben. Am 24. September waren es 43.419. In Prozent ausgedrückt ging es runter von 18,7 auf 13 Prozent.

Auch die beiden Direktkandidaten Daniela Kolbe (37) und Jens Katzek (54) landeten jeweils nur auf Platz vier.

Im Leipziger Norden (Wahlkreis 152) erhielt die Generalsekretärin der SPD Sachsen 3179 Stimmen weniger als bei der Wahl 2013. Damals trat sie unter anderem gegen die beiden Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla (55, CDU) und Barbara Höll (59, Linke) an. Am Ende stand Platz drei mit 21,6 Prozent der Erststimmen.

Am vergangenen Sonntag waren es der frühere Olympiasieger Jens Lehmann (49, CDU), der AfD-Kandidat Christoph Neumann sowie die Kommunalpolitikerin Franziska Riekewald (37, Linke), die mehr Erststimmen auf sich vereinen konnten.

Leipzigs SPD-Chef Hassan Soilihi Mzé fordert eine schonungslose Aufarbeitung statt "leerer Erneuerungsrituale".
Leipzigs SPD-Chef Hassan Soilihi Mzé fordert eine schonungslose Aufarbeitung statt "leerer Erneuerungsrituale".  © SPD Leipzig

Noch chancenloser war Jens Katzek im Leipziger Süden (Wahlkreis 153). Der SPD-Politiker trat im früheren Wahlkreis des ehemaligen Leipziger Oberbürgermeisters und Verkehrsministers Wolfgang Tiefensee (62, SPD) an.

Tiefensee konnte 2013 noch 23,4 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen. Katzek kam am vergangenen Sonntag auf 13,7 Prozent der Stimmen in genau diesem Wahlkreis.

Er landete hinter dem neuen Wahlkreisabgeordneten Sören Pellmann (40, Linke), Thomas Feist und dem stellvertretenden Vorsitzenden der AfD Sachsen, Siegbert Droese (48).

Immerhin liegt die Leipziger SPD mit ihren 13 Prozent knapp über dem Ergebnis der Landespartei (10,5 Prozent). Doch auch in der Messestadt zeigt der Trend gegenüber 2013 klar nach unten.

Leipzigs SPD-Chef Hassan Soilihi Mzé fordert eine schonungslose Aufarbeitung des SPD-Wahlergebnisses in Sachsen und darüber hinaus. Offensichtlich sei es nicht gelungen, von guter Regierungsarbeit zu profitieren und mehr Wähler von den eigenen Arbeitserfolgen oder politischen Inhalten zu überzeugen.

"Wir werden die Fehler nicht bei anderen suchen, sondern zu allererst vor der eigenen Tür kehren. Das wird ein harter Prozess, den wir jetzt jenseits leerer Erneuerungsrituale offensiv auf Bundes- und Landesebene führen werden", kündigt der SPD-Chef an.

Gesprächsbedarf gibt es nach dieser Wahl vermutlich auf allen Ebenen.


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