Wer steckt hinter den Feuer-Attacken auf die Polizeiautos in Sachsen?

Arbeit vor der Haustür: Ein Kripo-Beamter dokumentiert den Anschlagsort vor dem Behördenzentrum Paunsdorf.
Arbeit vor der Haustür: Ein Kripo-Beamter dokumentiert den Anschlagsort vor dem Behördenzentrum Paunsdorf.  © TNN

Leipzig/Chemnitz - Immer wieder montags: Nach den Anschlägen vergangene Woche auf Bahnanlagen haben Unbekannte am Montag Brandanschläge auf Polizeifahrzeuge in Leipzig und Chemnitz verübt. Die Polizei vermutet die Täter auch diesmal in der linksradikalen Szene.

Obwohl das G 20-Treffen der wichtigsten Staats- und Regierungs-Chefs erst in zehn Tagen, zudem im 400 Kilometer entfernten Hamburg stattfindet, herrscht in Leipzig schon jetzt Ausnahmezustand. Nach den Brandanschlägen am vergangenen Montag kreisen jede Nacht Polizei-Hubschrauber über den Bahnanlagen.

Mit Wärmebildkameras sind die Beamten auf der Suche nach Attentätern. Sicherheitskräfte der Bahn und Zivilfahnder patrouillieren zeitgleich am Boden.

Nun hat es die Polizei selbst getroffen. Keinen kleinen Dienstposten, sondern das große Behördenzentrum Leipzig-Paunsdorf, dem Sitz zahlreicher Dienststellen von der Autobahnpolizei übers Bandenkommissariat bis hin zum SEK.

In Chemnitz versuchte die Polizei mit einem Fährtenhund den Tätern auf die Spur zu kommen, die zuvor versucht hatten, Fahrzeuge der Bundespolizei in Brand zu setzen.
In Chemnitz versuchte die Polizei mit einem Fährtenhund den Tätern auf die Spur zu kommen, die zuvor versucht hatten, Fahrzeuge der Bundespolizei in Brand zu setzen.  © Jan Härtel

Unbekannte schlichen sich gegen 2.20 Uhr auf den Parkplatz der Dienststelle und deponierten zwischen zwei Polizei-Transportern einen Brandsatz.

"Glücklicherweise waren fast zeitgleich zwei Autobahnpolizisten auf dem Weg zu ihrem Funkwagen, sahen den Rauch und griffen zum Handfeuerlöscher", berichtete Polizei-Sprecherin Katharina Geyer.

Kurz darauf brauste auch die Feuerwehr heran, sodass beide Vitos vorm Flammentod gerettet und ein Überspringen des Feuers auf das Gebäude verhindert werden konnten.

Auch in Chemnitz sollten Polizeiautos brennen. Unbekannte überschütteten auf dem Parkplatz der Bundespolizei an der Bornaer Straße mehrere Einsatzfahrzeuge mit Brandbeschleuniger. Offenbar wurden die Täter gestört. Denn glücklicherweise kam es nicht zur Zündung der Brandsätze.

Die Polizei vermutet linksmilitante G 20-Gegner hinter den Anschlägen. Das Operative Abwehrzentrum (OAZ) hat die Ermittlungen übernommen.

Kriminaltechnik suchen an dem Brandsatz, mit dem Unbekannte zwei Leipziger Polizeifahrzeuge niederbrennen wollten, nach Spuren.
Kriminaltechnik suchen an dem Brandsatz, mit dem Unbekannte zwei Leipziger Polizeifahrzeuge niederbrennen wollten, nach Spuren.  © TNN

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