CDU-Politiker bricht Lanze für Connewitz

Für den Bundestagsabgeordneten Thomas Feist besteht Connewitz aus mehr als nur dem Conne Island oder dem Werk 2.
Für den Bundestagsabgeordneten Thomas Feist besteht Connewitz aus mehr als nur dem Conne Island oder dem Werk 2.  © privat, Laurence Chaperon

Leipzig - Linksextremismus-Debatten und verbale Angriffe auf die linken Zentren Conne Island und Werk 2: Die Leipziger CDU hatte zuletzt viel an Connewitz auszusetzen. Kritiker ließen dagegen durchblicken, die Christdemokraten verständen den Stadtteil einfach nicht. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist (52) sieht das anders.

"Connewitz ist ein Stadtteil wie jeder andere auch, mit normalen Leuten, die auch keine anderen Wünsche haben als die Menschen in Gohlis oder Lößnig", sagte Feist im Gespräch mit TAG24. Er selbst habe nichts dagegen, dass Connewitz als das "bunte Stück von Leipzig" gelte.

Allerdings stören ihn die zahlreichen Graffitis an den Hauswänden und die vielen zugeklebten und besprühten Straßenschilder. "Da ist die Stadt ein wenig zu laissez-faire. So ein Viertel wird doch nicht attraktiv, weil es so aussieht wie beispielsweise in der Bronx", der CDU-Politiker.

Wichtig ist dem 52-Jährigen, zu betonen, dass er keine Berührungsängste hat. Neben dem Werk 2 setze er sich auch für das Mehrgenerationenhaus in der Steinstraße, das UT Connewitz und die Paul-Gerhardt-Kirche ein. "Das ist auch Connewitz. Das liegt mir schon sehr am Herzen, weil ich an solchen Projekten sehe, das die Leute mit Herzblut dahinter stecken."

Sein Rat, auch an die von seinen Parteikollegen kritisierten linken Zentren: "Man muss sich als soziokulturelles Zentrum genau überlegen, wem man eine Plattform bietet und wem nicht. Versuche ich, politisch immer sehr ausgewogen zu sein?"

Für die Menschen in Leipzigs berühmt-berüchtigtem Stadtteil bricht er eine Lanze: "Ich denke, die Menschen, die hier wohnen und die in dem Viertel verankert sind, das alles gute Leute, mit denen man sachlich und vernünftig reden kann. Man muss ja nicht immer einer Meinung sein."

Man müsse sich nur vor denen in Acht nehmen, die in den Stadtteil kämen, um ihr "Mütchen zu kühlen", ihren Zorn also gerade dort entladen wollen. Das treffe auch auf Ereignisse zu, über die im Zusammenhang mit Connewitz berichtet würde.


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