Angst vor dem Coronavirus: Experten warnen, Desinfektionsmittel selbst zu mischen

Leipzig - Hände waschen reicht - auch und gerade in Zeiten des neuartigen Coronavirus und der Krankheit Covid-19.

Laut den Experten würden sich Coronaviren ganz leicht durch gründliches Händewaschen abreiben lassen. (Symbolbild)
Laut den Experten würden sich Coronaviren ganz leicht durch gründliches Händewaschen abreiben lassen. (Symbolbild)  © Markus Scholz/dpa-tmn

"Wir reden bei dem neuen Coronavirus über Viren, die ganz leicht durch gründliches Händewaschen abgerieben werden können", sagt Prof. Iris Chaberny, Direktorin des Instituts für Hygiene am Universitätsklinikum Leipzig.

"Insofern ist es für die allermeisten Menschen unnötig, sich mit Desinfektionsmittel einzudecken."

Tatsächlich kann es sogar gefährlich sein, wenn Desinfektionsmittel knapp wird.

Zwar nicht immer für die Käufer selbst, aber für ernsthaft Kranke: "Desinfektionsmittel wird anderswo dringend gebraucht - medizinisches Personal braucht das, nicht unbedingt wegen des Coronavirus, sondern zum Kampf gegen andere Erreger und weil es im Klinikalltag schnell gehen muss", so Chaberny.

Da sei zum gründlichen Händewaschen eben nicht immer Zeit.

Zudem gibt es schützenswerte Privatpersonen, die Desinfektionsmittel zu Hause einsetzen müssen - nach einer Chemotherapie zum Beispiel. "Da wäre es wirklich fatal, wenn es kein Desinfektionsmittel mehr gäbe."

Auch im Internet kursierende Anleitungen für selbst gemischtes Desinfektionsmittel sieht die Expertin kritisch. Zum einen, weil das Desinfizieren damit an sich überflüssig ist - und vielleicht sogar unvorsichtig macht, wenn es zum Verzicht auf das Händewaschen verleitet.

Zum anderen kann es sogar gefährlich sein. Etwa dann, wenn in der Selbstmacher-Mischung rückfettende Substanzen fehlen: "Dann trocknen die Hände aus, werden rissig und damit sogar anfälliger für Krankheitserreger."

Selbstgemischtes Desinfektionsmittel kann großen Schaden anrichten. (Symbolbild)
Selbstgemischtes Desinfektionsmittel kann großen Schaden anrichten. (Symbolbild)  © Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

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