Darum heißt die Leipziger Arndtstraße bald "Hannah-Arendt-Straße"

Leipzig - Am Mittwoch wurde im Leipziger Stadtrat beschlossen, dass die Arndtstraße in der Südvorstadt in die "Hannah-Arendt-Straße" unbenannt werden soll. Das hat einen guten Grund.

Thomas Kumbernuß machte sich am Mittwoch für seinen Antrag stark.
Thomas Kumbernuß machte sich am Mittwoch für seinen Antrag stark.  © Screenshot Google Maps/ Ralf Seegers

Den Antrag für die Namensänderung stellte Thomas Kumbernuß, Stadtrat der PARTEI, bereits Ende Oktober. In der Sitzung am Mittwoch wurde die Änderung dann diskutiert und beschlossen, denn: Eine knappe Mehrheit des Stadtrates folgte der Auffassung, dass der vorherige Namensgeber Ernst Moritz Arndt nicht mehr tragbar sei.

Ernst Moritz Arndt wurde 1769 geboren und war seinerseits Schriftsteller und Historiker. Seine Werke widmete er zu großen Teilen dem Kampf gegen die Herrschaft Napoleon Bonapartes in Deutschland, umstritten sind seine Äußerungen gegenüber dem Judentum zur selben Zeit.

Sein Wirken sei durch antisemitische, rassistische, nationalistische, frankophobe und militaristische Tiraden gekennzeichnet, so Kumbernuß in seinem Antrag.

31 Stadträte stimmten für die Namensänderung, 28 dagegen, vier Enthaltungen wurden gezählt. Wann die Änderung des Straßennamens nun stattfinden soll, ist noch unklar.

Mit Hannah Arendt, einer jüdischen Theoretikerin und Publizisten, bekommt die Leipziger Südvorstadt das erste Mal eine Frau als Namenspatronin für einen Straßenzug.

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