Groß-Demonstration in Leipzig: Tausende kämpfen für "Ein Europa für Alle"

Leipzig - Am kommenden Sonntag, den 19. Mai, finden in ganz Deutschland zum Vorfeld der Europawahl am 26. Mai Demonstrationen unter dem Titel "Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus" statt. Auch in Leipzig werden tausende Teilnehmer erwartet. An der Organisation des hiesigen Protests beteiligen sich insgesamt 26 Leipziger Vereine, Bündnisse Parteien und Gruppierungen.

Marcus Röder, Irena Rudolph-Kokot, Sebastian Viecenz und Ita Weinrich stellten am Mittwoch das Programm der Demonstration "Ein Europa für Alle" vor.
Marcus Röder, Irena Rudolph-Kokot, Sebastian Viecenz und Ita Weinrich stellten am Mittwoch das Programm der Demonstration "Ein Europa für Alle" vor.  © Birthe Kleemann

Am gestrigen Mittwoch stellten Vertreter von "Ein Europa für alle", dem Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz", der Gewerkschaft ver.di sowie der Leipziger Ortsgruppe der "Fridays for Future"-Bewegung die Themenschwerpunkte der Großdemonstration vor.

Die Aktivisten fordern ein sozial gerechtes Europa und setzen sich für den ökologischen Wandel und eine vielfältige Demokratie ein. "Wir setzen auf ein Europa, welches den Einfluss des Kapitals regelt und dafür sorgt, dass alle Menschen an wirtschaftlichen Erfolgen partizipieren", so Sebastian Viecenz von ver.di Leipzig. Die Gewerkschaft fordert eine veränderte Besteuerung von Großkonzernen und die Abschaffung sogenannter Steuer-Oasen.

Irena Rudolph-Kokot von "Leipzig nimmt Platz" appelliert an die Leipziger Bürger: "Bitte, geht zur Wahl und wählt demokratisch!" Das Netzwerk kämpft seit Jahren gegen Rechtspopulismus und -extremismus in Leipzig und der Region.

Doch nicht nur in der Umgebung sehen die Mitglieder eine beunruhigende Entwicklung: "In ganz Europa sind in den letzten Jahren Nationalisten auf dem Vormarsch. [...] Sie stellen eine Bedrohung für Freiheits- und Menschenrechte dar und damit auch für ein demokratisches und friedliches Europa", so Rudolph-Kokot. Deshalb sei es für das Netzwerk selbstverständlich, sich an der Demonstration zu beteiligen.

Europawahl wird zur Klimawahl

Auch "Fridays For Future Leipzig" wird sich an der Demo beteiligen.
Auch "Fridays For Future Leipzig" wird sich an der Demo beteiligen.  © DPA

Auch Leipzigs Schüler werden am Sonntag auf die Straße gehen. Ita Weinrich von "Fridays for Future Leipzig" erklärt: "Die Europawahl ist wichtig, da die Europäische Klimapolitik wegweisend für die kommenden Jahre und unser aller Zukunft sein wird."

Gemeinsam mit dem BUND Leipzig, der BUNDJugend Leipzig, der Naturfreundejugend Leipzig und Greenpeace Leipzig bildet die "FFF"-Ortsgruppe einen Klimablock bei der "Ein Europa für Alle"-Demonstration. Unter anderem fordern die Umwelt-Aktivisten den Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2030.

Insgesamt werden zu dem Protest am Sonntag etwa 10.000 Teilnehmer erwartet. Die Demonstration startet um 12 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz, wo auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD) ein Grußwort an die Teilnehmer richten wird.

Dort werden sich auch verschiedene Vereine mit Info-Ständen vorstellen. Außerdem unterstützen Bands wie Großstadtgeflüster aus Berlin den Protest. Danach geht es von 13 bis 15 Uhr auf einer Route durch die Innenstadt auf die Straße. Im Anschluss findet eine Abschluss-Kundgebung statt. Am Rande der Demo werden Foodtrucks, unter anderem von der Vleischerei oder DINA Falafel, für das leibliche Wohl sorgen.

Auch in Berlin, Köln, München, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg gehen die Menschen am Sonntag auf die Straße, ebenso wie in über 40 europäischen Städten.

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