Aus Freude am Tanzen: Leipziger Club-Demo vor dem Rathaus

Leipzig - "Sperrstunde platzen lassen" lautete das Motto am Mittwoch vor dem Neuen Rathaus. Während Leipzigs Räte über die Abschaffung der Sperrstunde entschieden, hatten Clubs und Veranstalter zu einer Musik-Demo aufgerufen, um Präsenz zu zeigen.

"Sperrstunde platzen lassen" - In Form von Ballons flatterte das Motto der Demonstration am Geländer vor dem Neuen Rathaus.
"Sperrstunde platzen lassen" - In Form von Ballons flatterte das Motto der Demonstration am Geländer vor dem Neuen Rathaus.  © Eric Mittmann

"Leipzig wäre die erste Stadt im Freistaat Sachsen, in der die Sperrstunde aufgehoben wird", sagte Rechtsanwalt Jürgen Kasek während der Demonstration. Er unterstützt die IG LiveKommbinat Leipzig, eine Interessengemeinschaft Leipziger Musikklubs, Gastronomieeinrichtungen und Veranstalter, zu denen unter anderem das Institut für Zukunft (IFZ) und die Moritzbastei gehören.

Während Leipzigs Räte im Neuen Rathaus über die Abschaffung der Sperrstunde abstimmten, hatten sich etwa 600 Demonstranten vor dem Gebäude versammelt, um ihre Unterstützung für den Beschluss zu zeigen. Für die musikalische Untermalung sorgten die DJs T.I.N.A., Polar Vortex sowie IFZ-Resident FAQ.

"Eigentlich sollte es in Leipzig keine Sperrstunde geben, bis das IFZ plötzlich aufgefordert wurde, diese einzuhalten", hieß es während der Demonstration. Eine Petition zur Abschaffung der Sperrstunde erhielt infolgedessen 8000 Unterschriften (TAG24 berichtete).

SPD-Fraktionschef Christopher Zenker (rechts), hier zusammen mit Norman Volger (Die Grüne) und Linken-Stadträtin Juliane Nagel, bei einer Demo im vergangenen Jahr.
SPD-Fraktionschef Christopher Zenker (rechts), hier zusammen mit Norman Volger (Die Grüne) und Linken-Stadträtin Juliane Nagel, bei einer Demo im vergangenen Jahr.

Zudem setzten sich sowohl die Leipziger Linke als auch SPD und Grüne für den Beschluss ein.

"CDU und FDP haben ebenfalls ihr Okay gegeben. Die Mehrheit steht also", erklärte Rechtsanwalt Kasek vor der Entscheidung. Noch am Abend konnte die frohe Botschaft dann verkündet werden: Die Sperrstunde ist aufgehoben.

"Wir stehen vor großen Herausforderungen, was die Clubkultur angeht", erklärten Vertreter der drei Fraktionen noch auf der Demo. "Es ist unsere Aufgabe, sicherzustellen, dass Clubs im Zentrum bleiben und nicht in die Industriegebiete abgedrängt werden."

Neben der Abschaffung der Sperrstunde hatte die Demonstration deswegen auch ein zweites Anliegen: die aktuelle Situation um das So&So, das FourRooms und die Damenhandschuhfabrik (DHF). Letztere haben bereits geschlossen. Das So&So hat die Schließung zumindest angekündigt. "Wir starten deswegen heute eine neue Petition, die darauf hinausläuft, dass Freiräume erhalten werden sollen, keine Clubs mehr schließen und auch das So&So bestehen bleibt", so Jürgen Kasek.

Die Organisatoren der Demo am Mittwoch hätten bereits eine weitere Demonstration für den 15. September angekündigt. "Diese soll sich dann über die gesamte Stadt erstrecken. Beginn ist um 14 Uhr, voraussichtlich am Johannisplatz." Die genauen Details sollen laut Kasek noch folgen.

Etwa 600 Partygänger hatten sich am Dienstag vor dem Neuen Rathaus versammelt, um gegen die Sperrstunde zu demonstrieren und ihre Solidarität mit den Leipziger Clubs kundzutun.
Etwa 600 Partygänger hatten sich am Dienstag vor dem Neuen Rathaus versammelt, um gegen die Sperrstunde zu demonstrieren und ihre Solidarität mit den Leipziger Clubs kundzutun.  © Eric Mittmann

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