"Politik-Hure": Linken-Politiker beleidigt, geschlagen und bedroht

Leipzig - Wahlkampf im wahrsten Sinne des Wortes? Linken-Politiker Franziska Riekewald (38) wurde am vergangenen Wochenende Opfer von Verbal- und Gewaltattacken.

Franziska Riekewald (38), stellvertretende Vorsitzende der Leipziger Linken, wurde am Wochenende beleidigt und angegriffen.
Franziska Riekewald (38), stellvertretende Vorsitzende der Leipziger Linken, wurde am Wochenende beleidigt und angegriffen.  © DIE LINKE

Wie die Partei mitteilte, wurde Riekewald am Infostand bei einer Veranstaltung von einer Frau zunächst beleidigt und als "Politik-Hure" beschimpft. Dann schlug die Frau auch noch auf die stellvertretende Fraktionsvorsitzende ein. So etwas sei ihr bisher noch nie passiert, so die 38-Jährige.

"Nach mehr als 20 Jahren Gesprächen am Infostand, habe ich so etwas das erste Mal erlebt. Der Ton in unserer Gesellschaft wird rauer, auch durch den Populismus der rechten Parteien", so Riekewald. Laut Linken-Vorsitzenden Adam Bednarsky ist der Angriff jedoch kein Grund, den "Rückzug" anzutreten. Vielmehr wolle die Partei ihre Präsenz in den nächsten Wochen erhöhen.

Doch es war nicht die einzige Attacke am Wochenende: So wurde ein Büro der Partei erneut Ziel eines Farbanschlags. Unbekannte Täter schmierten "Fuck AFA (Abkürzung für "Antifa")", "Fickt euch" und ein Fadenkreuz an die Fassade des Büros in der Stuttgarter Allee.

Es kehrt einfach keine Ruhe ein

Bundestagsabgeordneter Sören Pellmann (42) war in der Vergangenheit bereits mehrfach das Ziel von Attacken.
Bundestagsabgeordneter Sören Pellmann (42) war in der Vergangenheit bereits mehrfach das Ziel von Attacken.  © PR/Die Linke

Nicht einmal drei Monate ist die letzte derartige Attacke her. Anfang Februar ritzten unbekannte Täter "24", den Schriftzug "WG" und ein sternähnliches Zeichen in die Fensterscheiben von dem Büro von Sören Pellmann und Kollegin Cornelia Falken (62) in Leipzig-Möckern (TAG24 berichtete).

Nur wenige Tage vorher hatten Unbekannte versucht, die Scheiben einzuschlagen. Auch das Grünauer Büro ist nicht "unberührt". Bereits wenige Monate nach der Eröffnung im Januar letzten Jahres wurde versucht, in die Räume einzubrechen.

Für Pellmann bezeichnet der neuerliche Angriff eine gefährliche Entwicklung: "Nach dem Brandanschlag auf mein Wahlkreisauto und den zahlreichen Angriffen auf unsere Büros erfolgt nunmehr eine erschreckende Steigerung: durch die Verbindung eines Fadenkreuzes und der aus der rechtsradikalen Szene bekannten Abkürzung 'AFA' wird eine direkte Morddrohung gegen alle Antifaschist*innen ausgesprochen", äußerte sich der 42-Jährige nach dem Anschlag.

Dennoch: Pellmann verkündete ebenso, sich von den Attacken nicht einschüchtern lassen zu wollen. "In Leipzig ist kein Platz für Nazis! Dieser erneute Angriff auf die Demokratie zeigt deutlich, wie wenig historische Verantwortung die Neue Rechte in Deutschland hat und zu welchen Mitteln sie greifen möchte."

In beiden Fällen wurde Anzeige erstattet.

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