Leipziger Thomaskirche lädt zum Wahlforum und will "DIE LINKE" nicht dabeihaben

Leipzig - In der Thomaskirche findet am heutigen Montagnachmittag ein Wahlforum im Vorfeld zur Landtagswahl in Sachsen am 1. September statt. Mit dabei sind Kandidaten der CDU, SPD, der Grünen und der FDP. Das stößt der Partei DIE LINKE bitter auf.

Am heutigen Montagnachmittag findet die Veranstaltung im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen in der Leipziger Thomaskirche statt.
Am heutigen Montagnachmittag findet die Veranstaltung im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen in der Leipziger Thomaskirche statt.  © Ralf Seegers

Dass sie nicht eingeladen wurde, hielt Beate Ehms, LINKEn-Direktkandidatin in Leipzig-Mitte, zunächst für ein Missverständnis. Im Gespräch mit Pfarrer Martin Hundertmark stellte sich allerdings heraus, dass die Partei bewusst nicht hinzugebeten wurde, da man "Vertreter des 'politischen Randes' nicht einladen wolle." Er beziehe sich auf ein Wahlplakat, auf dem DIE LINKE "demokratischen Sozialismus" fordere.

Für Ehms kam dies völlig überraschend. "Die Begründung hat mich dann doch überrascht. Wenn es meine Partei nicht gäbe, hätte man dann Grüne oder SPD ausgeladen, weil sie auf einmal der ominöse politische Rand wären?"

Auch für Thomas Dudzak, Landesgeschäftsführer von DIE LINKE. Sachsen, ist das Vorgehen der Gemeinde unverständlich. "Es gibt auch im deutschsprachigen Raum eine Tradition des religiösen Sozialismus so wie es in unserer Partei auch Mitglieder verschiedener Glaubensgemeinschaften gibt. Es ist bedauerlich, dass der christliche Wert der Toleranz für das Wahlforum in der Thomaskirche nicht zu gelten scheint."

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Weiter stellt Dudzak klar: "DIE LINKE steht für Religions- und Glaubensfreiheit, auch wenn wir in Fragen der Kirchenfinanzierung Positionen vertreten, die nicht von allen Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen mit Jubel aufgenommen werden." Vielmehr stünde die Partei wie keine andere für Frieden und den Kampf gegen Armut.

Pfarrer Martin Hundertmark war zum derzeitigen Zeitpunkt für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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