Dieselfahrverbot: Jetzt kämpft ein Anwalt um Entschädigung

Jan-Eike Andresen (36) von der Hamburger Verbraucherschutz-GmbH "MyRight" setzt sich für die Rechte der Dieselfahrer ein, die nach dem Verbot in die Röhre schauen.
Jan-Eike Andresen (36) von der Hamburger Verbraucherschutz-GmbH "MyRight" setzt sich für die Rechte der Dieselfahrer ein, die nach dem Verbot in die Röhre schauen.  © Birthe Kleemann

Leipzig/Hamburg- Nachdem am Dienstag am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über das Dieselfahrverbot in deutschen Städten entschieden wurde, gehen nun Besitzer von Dieselfahrzeugen auf die Barrikaden.

"MyRight" heißt die Verbraucherschutz-GmbH, die nun das Interesse von rund 40.000 Menschen vertritt. Alles Autofahrer, die in den letzten Jahren auf den Diesel-Schwindel von Konzernen wie VW hereingefallen sind. TAG24 hat Jan-Eike Andresen (36), Leiter der Rechtsabteilung von MyRight, nach der Urteilsverkündung in Leipzig getroffen.

Der 36-Jährige hat bereits etliche Verbraucherverfahren gegen Banken geführt. "Das ist immer Groß gegen Klein, es geht um die Einschüchterung des Kunden und gezielte Desinformation", so Andresen. Eine willkommene Herausforderung für die Verbraucherschützer. Aus den Verfahren gegen Banken konnten die Gründer von MyRight so Einiges auf VW übertragen. "Das Wichtigste war, zu wissen, wie wir die Verteidigung von VW angreifen können."

Das große Ziel von MyRight. "Gerechtigkeit. Uns ging es darum, dass jeder einzelne Fall vor dein deutsches Gericht kommt." Denn genau das wollte Volkswagen laut Andresen verhindern. "Was können die Verbraucher bekommen? Sie können den Kaufpreis zurückfordern, geben das Auto zurück und können sich ein neues Auto kaufen. Diese Verfahren dauern acht bis zwölf Monate."

Am Dienstag hatte das Bundesverwaltungsgericht über das Dieselfahrverbot abgestimmt. Davor protestierten etliche Menschen, unter anderem von Greenpeace.
Am Dienstag hatte das Bundesverwaltungsgericht über das Dieselfahrverbot abgestimmt. Davor protestierten etliche Menschen, unter anderem von Greenpeace.  © DPA

Insbesondere die sächsischen Gerichte lehnten laut dem jungen Rechtsanwalt in der Vergangenheit die Rechte der Verbraucher ab.

"Ich gehe jetzt mal mit dem Urteil in Leipzig für Fahrverbote davon aus, dass auch der sächsische Autofahrer einen Schaden hat." Für den Hamburger war absolut klar, wie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ausgehen würde. Allerdings bedauerte er, dass es erst durch die Aufdeckung des Diesel-Skandals durch die Deutsche Umwelthilfe zu einer Klage kam. "Die Grenzwerte werden schon seit 2010 regelmäßig überschritten."

Jan-Eike Andresen stellt sich in den nächsten Wochen und Monaten auf viel Arbeit ein. "Wir sind dafür angetreten, dass Menschen zu ihrem Recht gekommen. Was wir heute wissen, dass von 2,6 Millionen Menschen, die von dem VW-Abgasskandal betroffen sind, nicht mal mehr ein Prozent ihr Recht eingefordert hat."

Diesen Umstand gelte es zu verändern, so der Verbraucherschützer. Das funktioniere schließlich nur, wenn Konzerne für ihr Handeln auch Haftung übernehmen würden.

Und genau dafür müssten Verbraucher auch auf ihr Recht pochen. Für 40.000 Dieselbesitzer zumindest wird MyRight genau das tun.


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