Leipzig soll Drehkreuz für Flüchtlinge werden

Der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, während der Pressekonferenz.
Der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, während der Pressekonferenz.

Von Juliane Morgenroth

Leipzig - 21.000 Flüchtlinge zusätzlich in zwei Tagen: Die Stadt München ist mit den vielen Flüchtlingen, die aus Ungarn kommen, überlastet.

Am Montag werden in München bis zu 10.000 Menschen erwartet. Auf Initiative von Bayern soll nun Leipzig ein weiteres Drehkreuz für die erste Versorgung ankommender Flüchtlinge in Deutschland werden, sagte Philipp Späth, Sprecher des bayerischen Sozialministeriums, gegenüber MOPO24.

Ab wann genau, sei noch unklar. „Aus Sicht Bayerns muss es aber schnell gehen.“

Züge und Busse sollen dann direkt dorthin geleitet werden, um München zu entlasten. Zwei weitere Drehkreuze sollen in Westdeutschland und Norddeutschland entstehen, so dass es am Ende neben München und Leipzig vier zentrale Anlaufstellen geben werde, so Christoph Hillenbrand, Regierungspräsident von Oberbayern.

Das geplante Verteilzentrum soll auf dem Gelände der Deutschen Bahn im Frachtbereich des Flughafens Leipzig/Halle entstehen.
Das geplante Verteilzentrum soll auf dem Gelände der Deutschen Bahn im Frachtbereich des Flughafens Leipzig/Halle entstehen.

Zuständig seien Bundesinnenministerium, Deutsche Bahn und die Bundesländer.

Das geplante Verteilzentrum für Flüchtlinge soll auf dem Gelände der Deutschen Bahn im Frachtbereich des Flughafens Leipzig/Halle entstehen.

Das Prüfverfahren laufe, sagte Andreas Kunze-Gubsch, Sprecher des Innenministeriums in Dresden gegenüber MOPO24.

Dort gebe es eine Bahnverbindung und Frachthallen. Flüchtlinge sollen von dort mit Bus und Bahn auf ganz Ostdeutschland verteilt werden – etwa 30 Prozent der Asylbewerber nimmt der Osten auf.

Die Flüchtlinge sollen dort also nicht übernachten. Dennoch ist Infrastruktur nötig, etwa für die ärztliche Versorgung.

Darüber hinaus wird die Leipziger Messe ab Dienstag zur Erstunterbringung von Asylbewerbern genutzt. Dafür wird die Halle 4 kurzfristig zur Verfügung gestellt. Darauf haben sich das Innenministerium, das Finanzministerium, die Stadt sowie die Leipziger Messe GmbH geeinigt.

Die Messehalle bietet Unterkunft für bis zu 2000 Asylsuchende. Es ist damit zu rechnen, dass noch im Verlaufe dieser Woche die volle Belegung der Messehalle erreicht wird.

Fotos: dpa, imago


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0