Das sind die größten Flops der Nachwende-Architektur

Wegen der Klotzbauweise wird die katholische Kirche St. Trinitatis von 
Leipzigern als „St. Tetris“ verspottet. 
Wegen der Klotzbauweise wird die katholische Kirche St. Trinitatis von Leipzigern als „St. Tetris“ verspottet.  © Wolfgang Zeyen

Leipzig/dresden - Wo kann denn mal die Abrissbirne ran? Zu den Neubauten der Nachwendezeit startete die Leipziger Stadträtin Ute Gabelmann (Piraten) eine Was-Kann-Weg-Umfrage unter den Leipzigern. 

Die Resonanz war überwältigend. Denn die Leute fühlen sich von vielen architektonischen Meisterleistungen regelrecht abgeschreckt. Das dürfte in Dresden und Chemnitz kaum anders sein.

Als die Stadträtin ausländischen Freunden das Rathaus vorstellte, zeigten die auf die gegenüber liegende Straßenseite: „Das ist wohl das Gefängnis?“ 

Sie meinten die neu errichtete Propsteikirche St. Trinitatis, deren Bauherren sich sogar mit einem Architektenpreis schmücken ließen.

Die prachtvolle Einkaufsstraße „Brühl“ ist nur halbseitig schön - die andere 
Straßenseite wurde mit Kloppern verdorben. 
Die prachtvolle Einkaufsstraße „Brühl“ ist nur halbseitig schön - die andere Straßenseite wurde mit Kloppern verdorben.  © Wolfgang Zeyen

Weit über hundert Zuschriften mit unmissverständlichen Hinweisen erreichten die Stadträtin. 

Botschaft: Die Menschen fühlen sich mit den ihnen vorgesetzten Gebäuden nicht wohl. 

Selbst Leute vom Fach stimmten in den Jammergesang ein. Ute Gabelmann gibt den Tenor wieder: „Wenn Investoren kein Gefühl für die Stadt haben und hier nur ihre Kohle scheffeln wollen, dann brauchen wir sie in Leipzig nicht.“

Aus den Meinungen der Leipziger hat die Piratin eine Top-Fünf-Liste der meistgenannten Bausünden erstellt - es sind die bekannten Beispiele aus dem Zentrum. 

Gabelmann: „Ich habe aber auch aus den Stadtteilen viele Fotos von Schandflecken erhalten, die ich bisher gar nicht kannte.“

Das ist nicht etwa ein in Zellophan eingewickeltes Paket, sondern das 
Bildermuseum, welches lieblos vor die denkmalgeschützten Häuser der 
Katharinenstraße gesetzt wurde.
Das ist nicht etwa ein in Zellophan eingewickeltes Paket, sondern das Bildermuseum, welches lieblos vor die denkmalgeschützten Häuser der Katharinenstraße gesetzt wurde.  © Wolfgang Zeyen
Die Leipziger Stadträtin Ute Gabelmann (Piraten)
Die Leipziger Stadträtin Ute Gabelmann (Piraten)

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