Müssen Vereine bald für Polizei im Fußballstadion blechen?

Enrico Stange sieht die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Bremen kritisch.
Enrico Stange sieht die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Bremen kritisch.  © Die Linke Sachsen

Dresden/Leipzig - Sollten Sportvereine in Sachsen zahlen, wenn die Polizei etwa Fußballspiele absichert? Die Linke im Landtag sieht so etwas grundsätzlich kritisch.

Große Vereine mit vielen Sponsoren könnten Polizeieinsätze möglicherweise bezahlen, Vereine unterer Ligen hingegen nicht, sagte der Innenexperte der Fraktion, Enrico Stange, in Dresden. Eine solche Regelung könne zudem auch andere Veranstaltungen treffen, wie etwa öffentliche Konzerte, bei denen dann zur Kostendeckung Eintritt verlangt werden müsste.

Das Oberverwaltungsgericht Bremen hatte Mitte vergangener Woche eine Gebührenforderung des Stadtstaates in einer Berufungsentscheidung für rechtens erklärt. Die Deutsche Fußball Liga kündigte Einspruch beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig an.

Stange zufolge ist bei der sächsischen Polizei die Zahl der Einsatzstunden im Zusammenhang mit der Absicherung von Fußballspielen von zuletzt etwa 170 000 pro Jahr im vorigen Jahr auf mehr als 216.000 gestiegen, was etwa mit dem Aufstieg von RB Leipzig in die 1. Fußballbundesliga zusammenhängt.

Aber auch in den unteren Ligen kommt es immer wieder zu Situationen, in denen die Ordnungshüter eingreifen müssen. So sorgen in der Regionalliga Nordost Vereine wie BSG Chemie Leipzig, Lok Leipzig oder FC Energie Cottbus immer wieder für Zündstoff. Zuletzt musste das Derby zwischen Lok und Chemie in Leipzig wegen Ausschreitungen für etwa eine Viertelstunde unterbrochen werden. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften und zwei Wasserwerfern im Einsatz (TAG24 berichtete).

Dafür wurde Lok Leipzig zu einer Geldstrafe von 12.000, die BSG zu 10.000 Euro Strafe verurteilt (TAG24 berichtete).

Fußballvereine könnten Polizeieinsätze bei Spielen künftig aus der eigenen Tasche zahlen müssen.
Fußballvereine könnten Polizeieinsätze bei Spielen künftig aus der eigenen Tasche zahlen müssen.  © DPA

Titelfoto: DPA


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