Häusliche Gewalt gegen Männer: Erste Wohn-Projekte in Sachsen

Immer mehr Männer in Sachsen suchen Hilfe bei häuslicher Gewalt. (Symbolbild)
Immer mehr Männer in Sachsen suchen Hilfe bei häuslicher Gewalt. (Symbolbild)  © DPA

Leipzig/Dresden - Seit dem 1. Februar gibt es in Sachsen die ersten anonymen Männerschutzwohnungen. Das Projekt richtet sich an Opfer häuslicher Gewalt.

Leipzig und Dresden sind die ersten sächsischen Städte, die Männern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, Wohnplätze und emotionale Unterstützung zur Verfügung stellen. Jeweils drei Plätze gibt es bis jetzt in beiden Einrichtungen.

Träger des Pilotprojekts sind das Männernetzwerk Dresden e.V. und der Leipziger Verein LEMANN. Wie Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gab, werden die Männerschutzwohnungen in beiden Städten über die Förderrichtlinie Chancengleichheit vollständig aus Landesmitteln finanziert. Bis 2018 erhält das Projekt jährlich 65.000 Euro.

Unter der sachsenweiten Kampagne "Mann, gib dich nicht geschlagen" erhalten die Wohnschutzprojekte Unterstützung der Landesfachstelle Jungen- und Männerarbeit Sachsen e.V. Unter der Schirmherrschaft von Gleichstellungsministerin Petra Köpping startete diese Kampagne bereits am 19. September 2016.

Plakate der Kampagne "Mann, gib dich nicht geschlagen" der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen.
Plakate der Kampagne "Mann, gib dich nicht geschlagen" der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen.  © LEMANN e.V./Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen

Ihr liegt das Projekt am Herzen: "Moderne Gleichstellungspolitik richtet sich an beide Geschlechter. Daher war es mir besonders wichtig, dieses Projekt, welches männlichen Opfern häuslicher Gewalt eine sichere und anonyme Zuflucht und Unterstützung in einer schweren Zeit geben will, zu fördern."

Gerade im Bereich der Männerarbeit bräuchte man einen langen Atem, so Köpping weiter. Bisher richteten sich derartige Schutzprojekte zum größten Teil an Frauen. Statistiken allerdings zeigen, dass in den letzten Jahren immer mehr Männer bei den Koordinierungsbund Interventionsstellen nach Hilfe suchten. 2015 registrierte die sächsische Polizei fast 1.700 männliche Opfer häuslicher Gewalt.

Ein Sprecher des LEMANN e.V. sagte zu TAG24: "Wir gehen davon aus, dass nach Publikwerden der Wohnprojekte in Leipzig und Dresden ein hoher Bedarf an den verfügbaren Wohnplätzen bestehen wird." Auch ähnliche Projekte in Oldenburg, Osterode (Harz) und Gera seien ständig ausgelastet.

Weitere Informationen können unter den Internetseiten des LEMANN e.V., des Männernetzwerk Dresden e.V. und unter der Landesfachstelle Jungen- und Männerarbeit Sachsen e.V. eingeholt werden.


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