Sind die Sachsen etwa zu faul, um zur Wahl zu gehen?

Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Briefwahl, um in aller Ruhe ihr Kreuz zu setzen.
Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Briefwahl, um in aller Ruhe ihr Kreuz zu setzen.  © DPA

Leipzig/Dresden - Bei der Bundestagswahl 2017 machen wieder viele Sachsen von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch.

Die Landeswahlleitung geht von einer erneuten Zunahme aus. "Die Tendenz ist steigend", sagte ein Sprecher am Mittwoch. Belastbare Zahlen gebe es aber nicht. "Genau wissen wir das erst nach dem 6. Oktober mit dem gültigen Endergebnis." Für den wachsenden Trend spreche aber die gegenüber der Bundestagswahl 2013 von 552 auf jetzt 600 erhöhte Zahl der Briefwahlbezirke.

In Leipzig gibt es ein Briefwahl-Plus: bis fünf Tage vor der Wahl gingen rund 62 000 Wahlbriefe ein, gut 44 000 mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2013. Die Zahl der ausgestellten Wahlscheine übersteigt mit rund 86 600 den jüngsten Wert um rund
27 600.

In Dresden lag die Zahl der Briefwähler zu Wochenbeginn mit knapp 97 000 bereits über der Gesamtzahl 2013. Damals stimmten knapp 76 600 und damit 17,8 Prozent aller Wahlberechtigten auf diese Weise ab.

Seit 2002 hat sich der Anteil der Briefwähler bei Bundestagswahlen in Sachsen stetig von 12,5 Prozent auf 16,4 Prozent 2013 erhöht. Die Gründe dafür seien vielfältig. "Es gibt eine größere Mobilität, viele Menschen halten sich den Wahlsonntag frei", sagte der Sprecher.

Bei einer Briefwahl könne in Ruhe überlegt und entschieden werden. Und auch für Ältere sei es einfacher, die Unterlagen zu bestellen und dann per Post zu schicken.


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