Entenbraten und Klöße: Meine Meinung zum Fest im Knast

Zu Weihnachten wird auch in Sachsens Gefängnissen für Festtagsstimmung gesorgt.
Zu Weihnachten wird auch in Sachsens Gefängnissen für Festtagsstimmung gesorgt.  © DPA, Ralf Seegers

Ein Kommentar von Alexander Bischoff

Leipzig/Dresden - Zu Weihnachten zeigt sich Sachsens Justiz warmherzig und sorgt dafür, dass auch hinter Gittern etwas Feststimmung aufkommt.

Die über 3500 Inhaftierten in den hiesigen Gefängnissen dürfen sich über Entenbraten mit Rotkraut und Klößen, Familiennachmittage, Spiele und Sportturniere freuen.

Das wird nicht allen Zeitgenossen gefallen. Lässt der Staat doch Opfer von Straftaten nur allzu oft im Regen stehen. Zuwendung erfahren sie meist nur über Hilfsvereine wie den Weißen Ring.

Doch Weihnachten ist nun mal das Fest der Liebe und der Menschlichkeit. Und dort hinter Gitter sitzen halt auch Menschen, die zumeist Familie haben und über die Feiertage besonders heftig spüren, was es heißt, die Freiheit verloren zu haben.

Gefängnis bedeutet Freiheitsentzug, aber nicht Entzug der Menschlichkeit. Es ist daher völlig in Ordnung, wenn das Fest auch hinter Gittern würdig begangen wird - mit gutem Essen, Zuwendung und familiären Kontakten. Auch die Kinder der Inhaftierten, die eine Zeit ohne ihre Väter, manchmal auch Mütter aufwachsen müssen, haben ein Recht auf ein paar gemeinsame Stunden mit ihren Lieben.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten - ob vor oder hinter Gittern!

Titelfoto: DPA, Ralf Seegers


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