Waffenverbot! In Leipzigs Problem-Kiez sind sogar Hammer und Schraubenzieher tabu

Leipzig - Sie sollen in den kriminellen Hochburgen die Sicherheit erhöhen: Waffenverbotszonen! Die erste wird am Montag in Leipzig eingerichtet - rund um Sachsens gefährlichste Magistrale.

Vor exakt einem Jahr, am 2. November 2017, verkündeten Leipzigs OB Burkhard Jung (SPD, l.) und der damalige Innenminister Markus Ulbig (CDU), dass der Eisenbahnstraßen-Kiez zur Waffenverbotszone werden solle.
Vor exakt einem Jahr, am 2. November 2017, verkündeten Leipzigs OB Burkhard Jung (SPD, l.) und der damalige Innenminister Markus Ulbig (CDU), dass der Eisenbahnstraßen-Kiez zur Waffenverbotszone werden solle.  © Ralf Seegers

Eigentlich sollte die Waffenverbotszone auf der Leipziger Eisenbahnstraße schon seit Jahresbeginn errichtet sein. So jedenfalls hatten es der damalige sächsische Innenminister Markus Ulbig (54, CDU) und Leipzigs OB Burkhard Jung (60, SPD) im November 2017 angekündigt. Doch juristische Prüfungen und Abstimmungsprobleme hatten den Start immer weiter verschoben (TAG24 berichtete).

Nun ist es soweit: Am Montag wird Ulbig-Nachfolger Roland Wöller (48, CDU) an Leipzigs Problem-Kiez feierlich das Tuch vom Schild mit den durchgestrichenen Waffen ziehen. Auf einer Fläche von knapp 280.000 Quadratmetern dürfen fortan keine Pistolen, Schreckschusswaffen, Pfeffersprays, Messer, Baseballkeulen und Quarzhandschuhe mehr mitgeführt werden. Auch Hammer, Haushaltsmesser, Schraubenzieher und andere scharfkantige Werkzeuge sind auf und neben der Eisenbahnstraße tabu. Für Handwerker und Gewerbetreibende gelten Ausnahmen.

Nach Polizeiangaben werden im Eisenbahnstraßen-Viertel jedes Jahr rund 600 Straftaten bekannt. Allein im vergangenen Jahr gab es hier vier Straftaten gegen das Leben, so die polizeiinterne Bezeichnung für die Rubrik Mord & Totschlag. Zudem gilt die Magistrale als Drogen-Hotspot.

"Es reicht natürlich nicht, nur eine Waffenverbotszone einzurichten - gleichzeitig werden wir die Kontrollintensität spürbar erhöhen", kündigte Leipzigs Polizeisprecher Andreas Loepki am Donnerstag an. Kräfte der Bereitschaftspolizei sollen ihre Kollegen dabei unterstützen. Nach Angaben des Innenministeriums ist Leipzig bislang die einzige sächsische Stadt, die eine Waffenverbotszone beantragt hat.

Die etwa zwei Kilometer lange Eisenbahnstraße gilt als kriminellste Magistrale Sachsens. Ab Montag ist hier das Mitführen von Waffen und scharfkantigen Werkzeugen verboten.
Die etwa zwei Kilometer lange Eisenbahnstraße gilt als kriminellste Magistrale Sachsens. Ab Montag ist hier das Mitführen von Waffen und scharfkantigen Werkzeugen verboten.  © dpa/Sebastian Willnow, imago

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