Die Gründe für die verspätete Waffenverbotszone auf der Eisenbahnstraße

Leipzig - Die Waffenverbotszone auf der Eisenbahnstraße wird rund zehn Monate nach Plan eingeführt. Grund ist die Erweiterung des eigentlichen Beschlusses im November 2017.

Vor zwei Jahren wurde Veysel A. (†27) mutmaßlich aus einer befeindeten Rockergruppe heraus erschossen.
Vor zwei Jahren wurde Veysel A. (†27) mutmaßlich aus einer befeindeten Rockergruppe heraus erschossen.  © Screenshot/YouTube

Die geplante Einführung der Waffenverbotszone auf Sachsens gefährlichster Straße soll bis Mitte November erfolgen. Das sagte der Sprecher des Sächsischen Innenministeriums, Andreas Kunze-Gubsch, dem "MDR".

Die Verzögerung liegt in der Ergänzung des ursprünglichen Beschlusses begründet. Die Stadt und das Land hätten sich demnach nun überlegt, nicht nur klassische Schusswaffen, sondern auch alle gefährlichen Gegenstände, die als Waffe benutzt werden können, zu verbieten. Darunter zählen laut Kunze-Gubsch auch Messer, Baseballschläger, Äxte.

Im November 2017 sei diese erweiterte Waffenverbotszone demnach nicht geplant gewesen. Deshalb zögere sich die Aufnahme nun hinaus.

Denn: Laut Bericht müsse nun die Polizeiverordnung verändert werden. Zudem benötigen viele Händler auf der Eisenbahnstraße Ausnahmegenehmigungen. "Es gibt dort vielleicht einen Teppichladen, der Teppichmesser führen darf. Es gibt vielleicht Zulieferer, die bestimmte Messer mitführen müssen, einfach weil es zu ihren täglichen Bereich gehört. Und denken Sie an die Gastronomie", so Kunze-Gubsch zum "MDR".

An den Straßen um die Eisenbahnstraße werden anschließend Schilder aufgestellt, sobald die Waffenverbotszone beschlossene Sache ist. Wie es heißt, ist auf diesen genau beschrieben welche Waffen, Messer und andere gefährliche Gegenstände verboten sind.

Die Eisenbahnstraße gilt als eine der gefährlichsten und kriminellsten Straßen in Deutschland. Am 21. Mai wurde auf einem angrenzenden Basketballfeld ein 23-jähriger Tunesier angeschossen und lebensgefährlich verletzt (TAG24 berichtete).

Bei einer Auseinandersetzung zweier befeindeter Rockergruppen wurde vor zwei Jahren Veysel A. (†27) erschossen (TAG24 berichtete). Auch andere brutale Verbrechen stehen auf der Straße im Leipziger Osten nahezu an der Tagesordnung.

Immer wieder kommt es auf der Eisenbahnstraße zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen gefährliche Gegenstände zum Einsatz kommen.
Immer wieder kommt es auf der Eisenbahnstraße zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen gefährliche Gegenstände zum Einsatz kommen.  © DPA

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