Zwei Diabolo-Projektile im Kopf: Wer schoss auf Kater Max?

Von Anke Brod

Leipzig - Wer schießt in der Engelsdorfer Siedlung "Im Blumengrund" auf Katzen? Diese bange Frage stellen sich dort seit geraumer Zeit die Anwohner. Erst vor Kurzem wurden jetzt Kater Max von der Familie Gläser zwei Diabolo-Geschosse aus dem Kopf operiert!

Zwei Projektile fand man bei Kater Max im Kopf.
Zwei Projektile fand man bei Kater Max im Kopf.  © Anke Brod

"Ich bin einfach nur traurig und wütend", sagt Susann Gläser (33) gegenüber TAG24. Sie hatte den hübschen, weiß-getigerten Familienkater Max mit ihrer Mutter Ute (57) - der eigentlichen Katzenmama - am Donnerstag zum Tierarzt bringen müssen.

"Passt bitte auf Eure Tiere auf und lasst sie im Blumengrund nicht in den ungesicherten Freigang!", warnt sie eindringlich weitere Katzenbesitzer.

Sie hat das Gefühl, dass in der nach außen hin beschaulich wirkenden Einfamilienhaus-Siedlung "etwas ganz und gar nicht stimmt". Seit 2015 verschwänden aus dem Blumengrund Katzen oder würden verletzt aufgefunden werden.

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Vor zwei Jahren etwa habe man in der Nähe nur noch die eingeklemmte Pfote einer Katze in einem verbotenen "Tellereisen" vorgefunden. "Wahrscheinlich riss sich das Tier verzweifelt los und verblutete dann elendig in einem Gebüsch", mutmaßt Susan Gläser.

Im Falle des aktuell angeschossenen Max werden sie und ihre Mutter Strafanzeige bei der Polizei erstatten.

Auch wolle man sich unter den Katzenbesitzern der Siedlung in der Beobachtung der Freigänger aktiv unterstützen, zudem Warnschilder in der Gegend aufstellen.

Kater Max war schon mal Opfer von Tierhassern

Für Max ist erstmal nur noch der geschützte Freigang möglich.
Für Max ist erstmal nur noch der geschützte Freigang möglich.  © Anke Brod

Bei Max nun, dem ein offensichtlicher Tierhasser vor vier Jahren schon einmal in die Hüfte schoss, hatten beide Gläsers zunächst drei Wochen lang nichts von den schweren Verletzungen bemerkt.

"Als er plötzlich komisch roch und ich am Kopf Beulen fühlte, wusste ich, dass etwas nicht in Ordnung war", erinnert sich Mutter Gläser. Zweimal musste er daraufhin von der Tierärztin an den Stellen getackert werden.

Max soll in der nächsten Woche nochmal in die Praxis. "Das bedeutet für ihn und uns nicht nur Stress, es sind auch ganz schöne Geldausgaben", führt die Katzenliebhaberin besorgt auf.

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"Max ist traumatisiert, guckt oft traurig und geht schon seit dem ersten Vorfall vor vier Jahren nicht mehr weit vom Grundstück weg", so die 57-Jährige. Nach seiner Genesung dürfe er jetzt auch nur noch in ein gesichertes Freigehege direkt hinter dem Haus. Sie wohne nun 20 Jahre im Blumengrund, habe keine wissentlichen "Feinde". "Wer tut so etwas?" fragt sie ohnmächtig.

Gläsers Erinnerungen zufolge fielen auf dem Feld hinter der Siedlung bereits vor einigen Jahren nachts regelmäßig Schüsse. "Damals kam die Nachbarskatze verletzt nach Hause", lautet die bis dato düstere Bilanz aus Engelsdorf.

Glück gehabt: Kater Max hat die bisher schon zweite Attacke auf sein Leben knapp überlebt.
Glück gehabt: Kater Max hat die bisher schon zweite Attacke auf sein Leben knapp überlebt.  © Anke Brod

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