Explosion im Plattenbau: Jagte der Mieter seine Wohnung selbst in die Luft?

Die Splitter flogen durch die Wucht der Explosion Hunderte Meter weit.
Die Splitter flogen durch die Wucht der Explosion Hunderte Meter weit.  © Dirk Knofe

Leipzig - Nach der Explosion in einem Mehrfamilienhaus im Leipziger Südosten (TAG24 berichtete), wurde Haftbefehl gegen den Mieter der zerstörten Wohnung erlassen.

Der Ermittlungsrichter hat am Montag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Leipzig beim Amtsgericht der Stadt Haftbefehl gegen den 28-jährigen Mieter der betroffenen Wohnung erlassen, teilte die Polizei Leipzig am Dienstag mit.

Vorwurf: Dringender Tatverdacht des versuchten Mordes, der besonders schweren Brandstiftung, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie der gefährlichen Körperverletzung.

Die Ermittlungsbehörden gehen nach der umfangreichen Tatortarbeit mittels Brandmittelspürhunden und unter Hinzuziehung von Experten des Landeskriminalamts davon aus, dass der 28-Jährige die Explosion in seiner Wohnung im Barclayweg im Ortsteil Meusdorf selbst vorgenommen hat. Die Explosion wurde durch Entzündung eines Luft-Gas-Gemischs hervorgerufen.

Der Beschuldigte habe laut Ermittlungsbehörden den Tod anderer Mieter billigend in Kauf genommen. Eine Bewohnerin des Hauses erlitt durch den Sturz aus dem Fenster ihrer Wohnung lebensgefährliche Verletzungen und befindet sich noch immer im Krankenhaus. Ihre vier Wände befinden sich über der explodierten Wohnung.

Zwei weitere Bewohner mussten aufgrund leichter Verletzungen ärztlich behandelt werden. Der Sachschaden beläuft sich nach vorläufiger Schätzung auf mindestens eine Million Euro.

Weitere Hintergründe und Motive zur Tat sowie Angaben zum Tathergang kann die Polizei bislang nicht geben. Der 28-jährige Tatverdächtige schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Die Mieterin über der explodierten Wohnung sprang aus Verzweiflung aus ihrem Fenster, erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen.
Die Mieterin über der explodierten Wohnung sprang aus Verzweiflung aus ihrem Fenster, erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen.  © Dirk Knofe

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