Dicke Luft zu Silvester? So stark war die Feinstaubbelastung in Leipzig

Leipzig - Durch die Silvesterknallerei wird jedes Jahr viel Feinstaub ausgestoßen. Hat die Verbotsdiskussion um Böller auch den Leipzigern schon die Lust daran genommen?

Feuerwerk auf dem Augustusplatz, Silvester 2019.
Feuerwerk auf dem Augustusplatz, Silvester 2019.  © Sebastian Willnow/dpa

Allen Anschein nach nicht. Denn wie man es hören, sehen und riechen konnte, wurde auch wieder dieses Silvester in Leipzigs Straßen ordentlich geböllert und geknallt.

Durch das Abbrennen der Feuerwerkskörper werden jedoch auch jede Menge Schadstoffe ausgestoßen.

Insbesondere die gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung erreicht naturgemäß zum Jahreswechsel Höchstwerte.

So überrascht es auch nicht, dass die Feinstaubbelastung in Leipzig auch diesmal wieder hoch war.

Laut Karin Bernhardt, Pressesprecherin beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, war die Luftbelastung in Leipzig zu Silvester mit PM10-Tagesmittelwerten über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft stark. Der Tagesgrenzwert beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und darf nur an höchstens 35 Tagen pro Kalenderjahr überschritten werden.

Die höchsten Stundenmittelwerte lagen dort bei 1095 bzw. 1023 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft am 1. Januar. Gemessen wurde an der Luftmessstation Lützner Straße in den ersten beiden Stunden des neuen Jahres.

In Sachsen sind es die Ballungsräume Leipzig, Dresden und Chemnitz, die im Durchschnitt die höchste Feinstaubkonzentration aufweisen. Zu Silvester wurden die sächsischen Höchstwerte an folgenden Mess-Stationen gemessen:

Chemnitz- Leipziger Straße, Glauchau, Leipzig-Mitte, Leipzig-Lützner Straße, Leipzig-West und Zwickau-Werdauer Straße.

Noch am Neujahrsmorgen gab es einige Hotspots, wo der Schadstoffausstoß deutlich höher ausfiel.

Allgemein zeigen die Messungen keine großen Unterschiede zu den Silvesternächten der Vorjahre.

"Es gibt keine Tendenz", so Bernhard. Dies läge daran, dass die Feinstaubkonzentrationen für diese eine Nacht sehr stark von den meteorologischen Bedingungen abhängig seien. Außerdem hängen die Werte auch sehr stark von den (zufälligen) Aktivitäten in der Nähe der Messstationen und von der Bebauung ab.

Tatsächlich ist die durchschnittliche Feinstaubkonzentration in Sachsen und Deutschland in den vergangenen Jahren sogar rückläufig. "Das betrifft sowohl die Jahresmittelwerte als auch die Anzahl der Überschreitungen des Tagesmittelwertes.", sagt Bernhardt.

Die gebietsbezogenen Jahresmittelwerte nahmen seit 2000 in allen Bereichen ab. So beispielsweise in ländlichen Gebieten im Jahresmittel um 20 Prozent und in städtischen Gebieten sogar um 35 Prozent.

Die rückläufigen Feinstaubwerte lassen sich durch verschiedene Faktoren erklären, unter anderem durch die modernere Abgastechnik der Autos und bessere Filteranlagen in der Industrie.

Nichtsdestotrotz wurde 2019 die öffentliche Diskussion um ein Verbot von privaten Feuerwerk zu Silvester wieder neu angefacht, womöglich auch dank der Fridays for Future-Bewegung.

Infolgedessen erließen einige deutsche Städte wie Hannover ein Böllerverbot in ihren Innenstädten.

Die Stadt Leipzig hingegen setzt statt Verbot auf freiwilligen Verzicht. Laut Umweltbürgermeister Heiko Rosental sieht die Kommune keine Rechtsgrundlage, ein generelles Verbot auszusprechen (TAG24 berichtete).

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