Frauen an die Macht! Worum geht es auf der "Femmit" in Leipzig?

Leipzig - Damit künftig mehr Frauen in Führungspositionen von Medienunternehmen vertreten sind, fordert der Verein ProQuote Medien Quotenregelungen und flexiblere Arbeitszeiten in der Branche.

Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär (CSU), MDR-Intendantin Karola Wille und Schauspielerin Maria Furtwängler werden bei der "Femmit" in Leipzig dabei sein.
Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär (CSU), MDR-Intendantin Karola Wille und Schauspielerin Maria Furtwängler werden bei der "Femmit" in Leipzig dabei sein.  © DPA

Eine Zählung des Vereins ergab, dass 95 Prozent der Chefredakteure von Regionalzeitungen männlich sind. Von zwölf Intendanten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk seien nur zwei Frauen, sagte die Vorsitzende Maren Weber.

Auch Anna-Maria Wagner, beim Deutschen Journalisten-Verband für Chancengleichheit zuständig, pocht auf einen höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen und Gremien von Medienunternehmen. Mit Blick auf den Nachwuchs werde der Journalismus zwar weiblicher, doch bis sich das in die Führungsebenen durchschlage, sei es noch ein weiter Weg.

"Wir müssen den Frauenmachtanteil in den Medienhäusern deutlich stärken. Das ist der beste Weg, um die strukturellen Ursachen für ungleiche Bezahlung und andere Formen der Diskriminierung von Journalistinnen zu beheben", unterstrich Wagner. Das Problembewusstsein für sexualisierten Machtmissbrauch sei deutlich geschärft, dazu habe zuletzt auch die MeToo-Debatte beigetragen.

Damit Frauen in Medien und auch Politik mutiger auftreten und sich vernetzen, veranstaltet Romina Stawowy, Chefredakteurin des sächsischen Medienmagazins "Funkturm", am Freitag und Samstag die Konferenz "Femmit" in Leipzig. Bei ihr wollen unter anderem die Schauspielerin Maria Furtwängler, Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, und Karola Wille, Intendantin des MDR, über Geschlechterrollen und erfolgreiche Frauen in Politik und Medien diskutieren.

Auch in der Politik unterrepräsentiert: Im Februar wurde in Hamburg Parité-Gesetz diskutiert, das einen gleichen Frauen- und Männeranteil in der Partei-Kandidatenliste vorsieht.
Auch in der Politik unterrepräsentiert: Im Februar wurde in Hamburg Parité-Gesetz diskutiert, das einen gleichen Frauen- und Männeranteil in der Partei-Kandidatenliste vorsieht.  © DPA

Denn auch in der Politik fehlen Frauen: Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag sei mit 31 Prozent so niedrig wie seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr, sagte Maren Weber von ProQuote Medien.

"Medien und Politik hängen unweigerlich zusammen", ist sich Veranstalterin Stawowy sicher. Es werde sich nur etwas verändern, wenn in beiden Berufsfeldern mehr Frauen vertreten sind.

Pro Tag erwartet Stawowy 150 Konferenz-Teilnehmer bei der "Femmit" - sogar Gäste aus der Schweiz hätten sich angemeldet. Etwa fünf Prozent der Besucher seien Männer.

Für das kommende Jahr plant Stawowy eine weitere Konferenz zum Thema Frauen in der Wirtschaft.

Titelfoto: DPA

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