Die Geschichte dieser kleinen Mahnmale beginnt mit LEGIDA

In der Funkenbergstraße erinnern acht neue Stolpersteine an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenzweig.
In der Funkenbergstraße erinnern acht neue Stolpersteine an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenzweig.  © Marco Stöckigt

Leipzig - Im Leipziger Waldstraßenviertel erinnern seit Mittwoch acht neue Stolpersteine an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenzweig im Nationalsozialismus. Die Geschichte der kleinen Mahnmale begann 2015 ausgerechnet auf einer LEGIDA-Kundgebung.

Im Oktober 2015 trat eine Künstlerin auf der LEGIDA-Bühne als "Geist von Frau Rosenzweig aus der Funkenbergstraße" auf. In dieser Rolle hetzte sie gegen Muslime und Flüchtlinge.

Daraufhin startete das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" gemeinsam mit dem Erich-Zeigner-Haus und Schülern der Neuen Nikolaischule Leipzig ein Forschungsprojekt.

Sie wollten diesen Auftritt so nicht stehenlassen. Deshalb gingen sie der Frage nach, ob es die besagte Familie Rosenzweig wirklich gab (TAG24 berichtete).

Die Elftklässler wurden fündig. Sie fanden heraus, dass eine Frau Ruchel Eitel Rosenzweig zusammen mit ihrem Mann Jakob in der Funkenbergstraße 17 lebte. Nach einem Zwangsumzug in ein Leipziger "Judenhaus" und ihrer Flucht in die Slowakei, wurden sie 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet.

Mittwochvormittag nun kamen etwa 50 Menschen vor dem früheren Wohnort der Rosenzweigs in der Funkenbergstraße 17 zusammen. Künstler Gunter Demnig (70) verlegte die Stolpersteine für die Familie. Die Schüler der Neuen Nikolauschule, die die Geschichte aufgedeckt hatten, sorgten vor Ort für ein musikalisches Rahmenprogramm. Sie erzählten außerdem vom Schicksal der Rosenzweigs und präsentierten einen Stammbaum der Familie.

Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" hatte zu Spenden aufgerufen, um die Verlegung der Stolpersteine zu finanzieren.

Schüler der Neuen Nikolaischule Leipzig erinnerten am Mittwoch an das Schicksal der Familie Rosenzweig, die einst in der Funkenbergstraße wohnte.
Schüler der Neuen Nikolaischule Leipzig erinnerten am Mittwoch an das Schicksal der Familie Rosenzweig, die einst in der Funkenbergstraße wohnte.  © Marco Stöckigt

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0