Verhandlungen geplatzt: Bei Halberg Guss stehen Zeichen auf Streik!

Leipzig - Jetzt stehen die Zeichen auf Streik! Die Verhandlungen um einen Sozialtarifvertrag für die von der Schließung bedrohte Leipziger Halberg-Gießerei sind am Mittwoch geplatzt. Jetzt läuft die Urabstimmung.

 Am vergangenen Freitag traten die Leipziger Halberg-Gießer zum Warnstreik vor das Werktor. Jetzt könnte daraus ein richtiger Streik werden.
Am vergangenen Freitag traten die Leipziger Halberg-Gießer zum Warnstreik vor das Werktor. Jetzt könnte daraus ein richtiger Streik werden.  © Ralf Seegers

Am Stammsitz des zur Prevent-Gruppe des bosnischen Hastor-Clans gehörenden Automobilzulieferers Neue Halberg Guss (NHG) in Saarbrücken hatten Betriebsräte und IG Metall mit der Geschäftsleitung über die Bedingungen im Falle von Entlassungen verhandelt. Die Gewerkschaft forderte unter anderem das Dreieinhalbfache des Regelsatzes für Abfindungen, eine Transfergesellschaft für Mitarbeiter, die ihren Job verlieren und 10.000 Euro Extra-Abfindungen für IG Metall-Mitglieder.

Für die NHG-Chefs war das nicht verhandelbar. Deren Vorschlag wurde wiederum von der IG Metall abgelehnt. "Der war meilenweit entfernt von unseren Vorstellungen", so Leipzigs IG Metall-Chef Bernd Kruppa zu TAG24.

In der Leipziger Gießerei mit rund 700 Beschäftigten und im Saarbrücker Stammwerk (etwa 1.500) laufen nun die Urabstimmungen. Entscheiden sich mindestens 75 Prozent der IG Metall-Mitglieder in den Belegschaften für Arbeitskampf, dann wird die NHG bestreikt. Kruppa: "Wir verschärfen jetzt die Gangart."

Die Geschäftsführung versuchte das schon im Vorfeld zu verhindern - am Leipziger Arbeitsgericht. Allerdings wiesen die Richter am Mittwoch den Antrag der NHG zurück, einen Streik zu untersagen. Bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung habe noch kein Streikaufruf vorgelegen, heißt es in der Begründung des Gerichts.

Zudem sei ein Streik ein legitimes Arbeitskampfmittel. Gegen die Entscheidung kann NHG allerdings noch beim sächsischen Landesarbeitsgericht Rechtsmittel einlegen.

Titelfoto: Ralf Seegers


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