Drama über den Wolken! Urlauber stirbt im Beisein von Radio-Moderator

Kreta/Leipzig - Dramatische Szenen auf dem Rückflug nach dem Sommerurlaub! Radiomoderator Julian Mengler (31) von Energy Sachsen und andere Passagiere haben alles Mögliche geleistet, um einem erkrankten Mann zu helfen. Doch der ältere Herr überlebte die Reise nicht. Julian sprach mit TAG24 über den tragischen Vorfall.

Deutlich mitgenommen berichtet Energy-Sachsen-Moderator Julian Mengler (31) seinen Instagram-Followern von dem traurigen Rückflug aus dem Urlaub.
Deutlich mitgenommen berichtet Energy-Sachsen-Moderator Julian Mengler (31) seinen Instagram-Followern von dem traurigen Rückflug aus dem Urlaub.  © Screenshot/Instagram julian_energysachsen

Nach erholsamen Tagen auf der griechischen Ferieninsel Kreta traten Julian und Lena (36, R.SA) am Samstagnachmittag die Rückreise nach Leipzig an. Was sie dabei aber erleben mussten, wird das Radio-Ehepaar noch lange begleiten.

Zwei Reihen hinter ihnen saß ein Senior am Fenster, der zuvor vom Bodenteam im Rollstuhl in die Maschine der türkischen Fluggesellschaft Corendon gebracht wurde. Dem gesundheitlich offenbar schon im Vorfeld angeschlagenen Mann ging es im Laufe des Fluges immer schlechter. "Er hat rapide abgebaut, dann habe ich ihn aus den Sitzen gezogen und seinen Puls gefühlt", berichtet Julian Mengler.

Die Verständigung zwischen ihm und der Besatzung sei schwierig gewesen. "Er sprach nur deutsch, die Crew nur englisch". Also vermittelte der 31-Jährige. Nachdem der Rollstuhlfahrer in den Gang gelegt wurde, belebte ihn ein anderer Passagier rund 20 Minuten lang wieder. Geschultes Personal oder ein Arzt seien nicht an Bord gewesen.

Steilflug auf den Leipziger Airport, aber jede Hilfe kommt zu spät

Das Radiomoderatoren-Ehepaar war mit einem Flugzeug der türkischen Gesellschaft Corendon unterwegs. Auf dem Rückflug von Kreta nach Leipzig kam es zu dem tragischen Zwischenfall.
Das Radiomoderatoren-Ehepaar war mit einem Flugzeug der türkischen Gesellschaft Corendon unterwegs. Auf dem Rückflug von Kreta nach Leipzig kam es zu dem tragischen Zwischenfall.  © DPA

"Die Maschine ist dann im Steilflug auf die Landebahn Leipzig aufgesetzt", so Mengler. Anschließend sei "eine medizinische Versorgung unmittelbar nach der Landung vor Ort" gewesen, teilte Flughafensprecher Uwe Schuhart auf TAG24-Anfrage mit.

Doch für den ohnmächtigen Passagier kam jede Hilfe zu spät. Wie der Radiomoderator später von einer Sanitäterin erfuhr, konnte für den etwa 70 Jahre alten Reisenden nichts mehr getan werden. "Ich habe ihm beim Sterben in die Augen gesehen, aber ich kann von Herzen sagen, dass er nicht allein gestorben ist", zeigt sich der Helfer ergriffen.

Besonders tragisch: Die Kinder des älteren Herrn wollten ihn nach seiner siebentägigen Reise am Leipziger Flughafen abholen. "Das hatte er so organisiert", berichtet der Radiomoderator vom gemeinsamen Gespräch.

Nachdem Julian Mengler via Instagram seinen Followern von dem traurigen Erlebnis erzählt hatte, erreichten ihn viele Nachrichten. "Ich habe sehr viel Feedback von Menschen aus medizinischen Berufen mit ähnlichen Erlebnissen bekommen", sagte der Leipziger. "Sie bemängelten die mangelhafte Erstversorgung, wenn sie am Ort des Geschehens ankommen, weil sich viele nicht trauen und Angst haben, etwas falsch zu machen. Dabei gibt es kein falsch."

Dem 31-Jährigen ist es im Nachgang ein großes Anliegen, auf das Thema Erste Hilfe hinzuweisen. "Die Laien-Reanimation muss man zumindest auf dem Schirm haben", verlangt er. "Sobald jemand nicht mehr normal atmet, muss mit der Wiederbelebung begonnen werden. Da darf keine Zeit vergehen", so Mengler. Er fordert: "Geht mit offenen Augen durch die Welt und achtet auf andere!"