Aufruf zur Demo! Dutzende wollen so Abschiebung nach Afghanistan verhindern

Mit diesem Aushang rufen die Abschiebegegner zur Demonstration auf dem Flughafen Leipzig/Halle auf.
Mit diesem Aushang rufen die Abschiebegegner zur Demonstration auf dem Flughafen Leipzig/Halle auf.

Leipzig - Am Dienstag wird am Flughafen Leipzig/Halle gegen die geplante Abschiebung nach Afghanistan demonstriert. Ob die Versammlung Wirkung zeigt, scheint jedoch unwahrscheinlich.

Bereits zweimal seien gegen Abschiebungen von Afghanen in ihr Heimatland in Leipzig demonstriert worden, sagte die Leipziger Linken-Stadträtin Juliane Nagel (39) TAG24.

"Wir treffen uns am Dienstagmorgen 8 Uhr und fahren dann mit der S-Bahn zum Flughafen", beschreibt Nagel die Pläne der Pro-Asyl-Gruppierung "Asylum Movement".

Wie die Landtagsabgeordnete bestätigte, seien zu der Demonstration 50 Personen angemeldet worden. "Das sehen wir als eine realistische Zahl an", so Juliane Nagel. Gern hätte sie mehr Leute an Bord, doch bedingt durch die Uhrzeit sei einfach nicht mehr möglich.

Am Dienstag werden wieder Dutzende Afghanen am Airport Leipzig/Halle zum Flugzeug gefahren.
Am Dienstag werden wieder Dutzende Afghanen am Airport Leipzig/Halle zum Flugzeug gefahren.  © DPA

Auch die prekäre Lage in Afghanistan sorgt für Unmut bei den Abschiebegegnern.

Die Bundesregierung hat seit dem 13. Juni eine Reisewarnung für den südasiatischen Staat ausgerufen. Es bestehe "unverminderte Gefahr, Opfer einer Gewalttat oder Entführung zu werden", heißt es auf der Internetseite. Für alle aus Deutschland ankommenden Flüge auf allen Airports des Landes wird zudem vor "gezielten Flugabwehr-Attacken" gewarnt.

"Bund und Länder müssen die traurige Realität im Kriegs- und Krisengebiet zur Kenntnis nehmen und den für Dienstag geplanten Abschiebeflug absagen" fordert Günter Burkhardt, Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation "PRO ASYL".

"Dass ausgerechnet am Tag der Konstituierung des Bundestages in das Krisengebiet abgeschoben werden soll, ist eine verantwortungslose Verneigung vor Rechtspopulisten", sagte Burkhardt.

Ob die Demo am Dienstag für eine Nicht-Abschiebung sorgt, ist zwar unwahrscheinlich. Man wolle aber einfach ein Zeichen setzen, so Nagel.


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