Damit die Fahrpreise wieder sinken, sollen alle Leipziger zahlen

Die Linksfraktion will die jährlichen Tariferhöhungen nicht einfach so hinnehmen und noch einmal über Finanzierungsalternativen sprechen.
Die Linksfraktion will die jährlichen Tariferhöhungen nicht einfach so hinnehmen und noch einmal über Finanzierungsalternativen sprechen.  © DPA

Leipzig - Der Ärger über die steigenden Fahrpreise in Leipzig und Umgebung hält an. Die Linken wollen die Gelegenheit nutzen, um den Leipzigern die Idee des Bürgertickets schmackhaft zu machen.

Gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt gebe es keine Alternative zu einem attraktiven, leistungsfähigen, stabil finanzierten öffentlichen Personennahverkehr, sagte Franziska Riekewald, verkehrspolitische Sprecherin der Linken. "Und weshalb sollte beim Anblick der neuen Fahrpreise ein Bürgerticket für circa 30 Euro denn nicht eine prüfenswerte Alternative sein?", so Riekewald weiter.

Die Linke greift damit einen Vorschlag auf, der zuletzt auch beim Verkehrsverbund MDV zur Sprache kam. Beim sogenannten Bürgerticket oder "fahrscheinlosen ÖPNV" zahlt jeder Leipziger einen bestimmten Betrag, egal ob er Bus und Bahn nutzt oder nicht.

Bei den Verantwortlichen der Leipziger Verkehrsbetriebe stößt die Bürgerticket-Idee auf wenig Begeisterung. Ein Pauschalmodell wie im österreichischen Wien, wo Fahrgäste für 365 Euro pro Jahr Bus und Bahn nutzen können, sei hierzulande nicht praktikabel, so die LVB. "Dort resultiert der Fahrgastzuwachs vor allem aus Angebotsausweitungen, zum Beispiel dem U-Bahn-Neubau", sagte LVB-Chef Ulf Middelberg der "Leipziger Volkszeitung".

Außerdem gebe es in Wien eine U-Bahn-Abgabe und bei zwei Millionen Einwohnern einen Finanzierungsbeitrag von stattlichen 400 Millionen Euro im Jahr. "Die Österreichischen Kollegen sagen: Die hohe Akzeptanz des Wiener Nahverkehrssystems ist das Resultat einer guten Angebotspolitik und dichter Fahrtakte. Nicht der Preispolitik", so Middelberg.

Die Linke will sich auf jeden Fall nicht mit den seit Jahren steigenden Fahrpreisen in Leipzig abfinden. Deshalb versucht die Linksfraktion im Stadtrat erneut, mit einem Tarifmoratorium durchzusetzen und die Spirale der jährlichen Fahrpreiserhöhungen aufzuhalten.


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